Druckschrift 
4 (1859) Der Spieler [u.a.] Scheinverdienst
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

Sekretär. An Herrn Baron Friedrich von Wallenfeld,Ihren angeblichen Ehegemahl.

Fr. v. Wallen seid. Und was soll ich damit?

Sekretär. Was Sic irgend für gnt finden. Jene, dieCreditores, sind theils mit Lamentationen, theils mit Pochen undDrohen von Jncarceration, oder sonst beliebigen Prostitutionen desHerrn Baron Friedrich, damit zu Sr. Excellenz gelaufen, welcheaber davon nichts wissen, sondern solche zur Zahlung vom et-wanigen Eingebrachten, an Sie, die Mamsell Stern, gewiesenhaben wollen.

Fr. v. Wallenfeld. An mich?

Sekretär. Was repliciren Mademoiselle darauf?

Fr. v. Wallenfeld. Daß meines Mannes Unglück, undauch sagen Sie das Ihrem Herrn und auch sein Unrechtgegen mich, mich nicht bereuen ließen, daß ich seine Frau bin.Ich bin arm, und habe meinem Mann nichts eingebracht, alsein Herz, das ihn liebt, und arbeitsame Hände. Hätte ich ihmVermögen zugebracht, so würde ich jetzt damit den Namen vonWallenfeld auslösen; so wie ich mich freue, meinen Mann als einredliches Weib durch meiner Hände Arbeit zu erhalten, da Se.Excellenz ihn verlassen. Mein Herr Sekretär (sie verbeugt sich).

Sekretär (steht noch dal. Ich kann Ihre Antwort so nichtreferiren: erstens ist sie etwas lang, zweitens nicht in currentemDeutsch gegeben. Was haben Sie breviler sagen wollen?

Fr. v. Wallenfeld. Daß ich arm bin, aber nicht ver-zweifle.

Sekretär. Se. Excellenz fragen nicht nach der Verzweif-lung, sondern nach der Zahlung.

Fr. v. Wallenfeld. Ich kann sie nicht leisten.