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3 (1859) Dienstpflicht Der Mann von Wort
Entstehung
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Mab. Lestang (lebhaft). Daß der Brief verloren istbestimmt mich zu nichts

Henriette. Zur kleinmüthigsten Furcht!

Mab. Lcstang. Daß der Brief geschrieben wurde daßich mich so weit verlieren konnte das hat mich erschreckt, dasbestimmt mich!

Henriette (lächelt). Ei ja doch!

Mab. Lcstang. Jetzt leidet mein Mann meinetwegendas thut mir weh!

Henriette. Jhrenthalben leidet er nicht.

Mab. Lcstang. Daß ich die herzliche Frage, ob ich seinerüberdrüssig wäre nicht beantwortet habe

Henriette. Weil Sie seiner überdrüssig sind. Eine andreFrau würde ihm das gesagt haben.

Mab. Lcstang. Ich bin meinem Manne gut

Henriette. Heute!

Mab. Lestang. Nein, gut bin ich ihm immer geblieben.

Henriette. Wie einem guten alten Bedienten ja.

Mab. Lestang (ernst). Ich leide es künftig nicht mehr, daßDu ihn herabsetzest.

Henriette. Sie haben Recht. Es ist besser, daß er Sieherabsetzt.

Mab. Lcjiang. Was thnt er denn?

Henriette. Bekümmern Sie Sich lieber um das, was ernicht thnt.

Mab. Lcstang (unwillig). Henriette!

Henriette. Warum wird Julie nicht ans dem Hausegeschickt? Daher kommt die Zerschlagenheit des Geistes. WeilSie das endlich gefordert haben, verzweifelt er. Man muß ausGutherzigkeit blind sehn wollen, um das nicht zu begreifen.