Druckschrift 
3 (1859) Dienstpflicht Der Mann von Wort
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

98

Julie. Wovon? (Sie lächelt). Was haben Sie wieder

G. Lcjkang. Genug, daß niemand hat hierher gehenwollen, und weil es ihnen denn doch mit dem Briefe sehr amHerzen liegt, so hat sie mich hierher geschickt; denn der Brief

Julie. An wen war denn der Brief?

G. Lcsiaug. Das haben sie mir nicht gesagt. Aber ichwill jetzt den Leuten nachgehen, die sie ans die Straße geschickthaben. Wenn ich sehe wo die suchen, so komme ich doch vielleichtdahinter.

Julie. Suchen Sie lieber auch noch. (Sie setzt sich zumSchreiben.)

O. Lcstaitg (geht). Ja ja. (Er kommt wieder und tritt M ihr.)Sie sollen ja auch großen Verdruß gehabt haben?

Julie. Ach nein!

V. Lcsiaug. Seyn Sie nur ruhig; ich sehe alles. Ichfrage nach allem. Ich bringe aber auch alles in Ordnung. Es

fehlt mir nicht denn ich habe mir vorgenommen, daß ich dasKostbarste dran wenden will, was ich habe. Es geht doch nichtsüber Friede und Einigkeit. Was hilft mir aller Welt Gut, wennich nicht zufrieden bin I Drum weg damit so sage ich. Ge-horsamer Diener.

Julie (begrüßt rhu).

D. Lcsiaug. Soll ich Ihnen vielleicht eine Feder schneiden?

Julie. Ich bin versehen.

V. Lcsiaug. Ich denke, wenn man so ein feines Briefchenschreibt, wie das vermuthlich eines seyn wird an den liebenSchatz nicht wahr?

Julie. Er ist nicht von der Art.

G. Lcsiaug (tritt zu ihr). Ohne eben curios zu seynhaben Sie keinen liebsten Freund?-