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3 (1859) Dienstpflicht Der Mann von Wort
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Seeland. Ein einfältiger Mann aber ein guter Mann.Weßhalb wolltest Dn ihm einige Geduld versagen?

Mad. Lestang. Ach! wie manchen traurigen Augenblick,wie viel Langeweile und Jammer habe ich nicht mit erleben müs-sen, wegen dieser Raserei, sein Wort zu halten, es koste auch, wases immer wolle.

Seeland. Weißt Du es auch, meine Tochter! daß Dn dagegen Deinen Willen das Bild eines sehr achtungswerthen Mannesentworfen hast?

Mad. Lcstang (seufzt),

Seeland. Ja, er ist achtnngswerth; so kenne ich ihn, unddeßhalb liebe ich ihn, wie meinen Sohn. Ein Mann von Wort im strengsten Sinne ist dem Kaufmann ein unschätzbaresGut. Als Mensch, als Freund und Vater ist er- mir ein Heilig-thum. Friederike! frage Deinen Mann als Hausfrau mitOffenheit und Liebe, ob er Julien eine Zärtlichkeit widme, dienur Dir gehört. Fordere sein Wort hierüber! Gibt er Dir seinWort dann sey ruhig! Räume dann auf im Kopf und Herzen,reiche ihm freundlich die Hand, so geht Ihr einig durch dasLeben.

Mad. Lestang. Ich kann die Frage nicht thun.

Seeland. Tochter!

Mad. Lestang. Ich bin zu sehr überzeugt, und indiesem einzigen Falle kann ich selbst sein Wort nicht an-nehmen.

Seeland. Wie?

Mad. Lest ang. Es ist von einer heimlichen, über alleswerthen Leidenschaft die Rede. Er muß sie verdammen, und kannsich nicht davon losmachen. Nein! In diesem Falle gilt sein Wortmir nicht.

Seeland (geht unwillig auf und ab, tritt intt Festigkeit zu ihr),