dessen Liebe Sie nie verdienten, und dessen Tugend Sie dcmüthi-gen muß? — Ich sehe, Sie zwingen den Blick ans mich — aberer ist starr und frech. Den Seelenadel der Unschuld kenne ich. Siewagen ihn nachzumachen — und sind mir verächtlich! (Geht.)
n. Lcchncr. Marie —
Marie. Fort —
v. Lechner. Gleich! — Kommen Sie zu Ihrem Vater.
Marie (stutzt). Zu meinem Vater?
v. Lech »er. Ja.
Marie. Zu meinem Vater?
v. Lechner. Ich habe so viel Ehre als Liebe. Sie müssenerfahren, ob die Liebe, die Sie mir bisher geschenkt haben — unddie — nur zu viel für meine Ruhe, das Glück meines Lebensmachte — einem Manne von Ehre widerfuhr — Ihr Vater ent-scheide.
Marie. Sie wissen, daß ich das nicht kann. Warum sollich länger die Wendungen Ihres Verstandes ans Kosten Ihres Her-zens bewundern?
n. Lech »er. Sie können. Gestehen Sie -— klagen Siemich an — Sie haben ja Verdienst, wenn Sie auf meine Ent-fernung dringen. Beharren Sie auf der Verbindung mit Geisern,Grausame! - nur lassen Sie mich als Mann von Ehre vor Sichstehen! Ist cs Trost, den zu verachten, den man nicht mehr lie-ben will, und haben Sie mit der Liebe zu mir auch dem Edcl-mnth Ihrer Seele entsagt?
Marie. Herr von Lechner —
i>. Lcchncr. Ach, Marie, Sie, die ich — Doch, was ichaus der Fülle meines Herzens sagen möchte - wollen Sie nichtmehr hören! So lassen Sie mich denn kalt fragen — Was be-schließen Sic über meine Ehre? (Pause.)