Mai am Trant, Sekretär ist Dir zu vornehm.
Herr Traut. Da ich selbst nur Pachter und Einnehmerbin, vcrmnthtich.
Madam Traut. A!so?
Herr Traut. Also? — also ist es wahr, daß wir Bür-gerlichen in unfern Rangordnungen nnd kleinlichen Kleinigkeitennoch genauer, ärger und hochfahrcnder sind, als der Adel nimmer-mehr. Noch ist von der Stadt kaum eine halbe Stunde dieRede, und schon ist alles in meinem Hause zu eng — zu klein,zu niedrig. Hm! hm!
Madam Traut. Und dann frage ich Dich — ja — daswirst Du nun auch sonderbar finden —
Herr Traut. Was?
Madam Tra u t. Wenn wir ankommen, für was sollen wiluns im Thore ansgebcn?
Herr Traut. Ansgebcn? für das was Ihr seyd — fürmeine Frau und Kinder.
Madam Traut. Schon recht! aber —
Herr Traut. Aha — man merkt Dir doch an, daß Dulange Gesellschafterin einer Dame vom Range warst.
Madam Traut. Weil ich —
Herr Traut. Weil Du Dich der Stadt näherst — kommstDu wieder in Dein altes Element.
Madam Traut. Sag was Du willst, aber — Frau Ein-nehmcrin, das klingt doch gar zu sonderbar.
Herr Traut. So nenne Dich die Frau — die ihrenMann den Einnehmer in die Stadt schickt, um ihn zum Ausgeberzu machen.
M adam Traut clacht).
Herr Traut. Noch nicht berichtigt? Nun höre — wirwollen doch dem Einnehmer ein Staatsmäutclchen umhängen.