Christian. Und immer sprach mein armer Herr: ich binder Mörder ihrer Ruhe! und wollte keinen Trost von mir anhören!
Lop hie. Der Schleier ist gefallen, der unsre Zukunft voruns verbarg. Ich komme mit meines Pflegevaters Segen —
tknhbcrg. In aller Wonne edler Liebe, mit aller Unbefan-genheit der Unschuld, mit aller Würde des unverletzten Gewissens
— und so willst du dich dem hingeben — der —
Sophie. Der Liebe mit Liebe reich vergelten kann und wird!der mich nie inniger geliebt hat — als da er mir entsagen will!
Unhlirrg. Fühlst du das, Sophie?
Saphir. Ob ich dich kenne?
kuhbrrg. Fühlst du das, daß meine Seele sich leichter vonihrem Körper trennen kann, als von dir— als von dir, Sophie?
Madam Uuhdcrg. Mein Sohn! — vor seinem letzten,sanften Scheiden, da er mir und deiner Schwester den Segen ge-geben hatte, wandte dein Vater sich nach der Gegend hin, wo dudamals lebtest. — Er schien mit dir zu reden — es war, als wollteseine blasse Wange sich noch einmal röthen; dann faßte er unsreHände — „Sagt ihm, daß ich mit Ruhe an ihn denke; denn ermacht redlich wieder gut. Ein gutes Weib" — hier sah er auf zumHimmel, sein Auge schimmerte und wir mußten seine Hände falten.
— „Ein gutes Weib wird seinen Tagen den Frieden geben, um denich für ihn bete!"
Uuhlicrg (in heftiger Gemüthsbewegnng). Mein Vater!
Madam Unhderg. „Du wirst diesen Tag erleben"— hierbrach seine Stimme — „und in dem Augenblicke, wo sie sich mei-nem Eduard ergibt — gib ihr meinen Segen — wer sie auch sey!Der fromme Wunsch, der Dank des Sterbenden — wird ihr Ge-deihen bringen!" — Tochter, ich habe Wohl nicht viel Raum mehrauf der Welt. Was auch der Himmel will — ich übergebe dir dasVermächtniß. Empfange den Segen (sic weint) eines guten Mannes!