Druckschrift 
1 (1858) Reue versöhnt Die Jäger
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

68

Gerichts sch reib er. Hm br hm! Haus und Hof kaufen.

Wirthin. Und in drei Wochen wieder verkaufen, so fällt esin Euern Beutel.

Gcrichtsschreibcr. Noch eine Bouteille!

Wirt hin. Steht schon zu viel angeschriebcn.

EcrichtsschrciI> cr. Laßt es stehn. Die Gemeinde muß zahlen.

Wirt hin. Das ist nicht sein das werde ich melden.

Gcrichtsschrciher. Frau Wirthin!

Wirt hin. Ei was, es ist wahr was zu arg ist, ist zuarg. Man muß leben und leben lassen. Er will die geordinirteObrigkeit seyn

Gcrichtsschreibcr. Nun ja.

Wirthin. So sollte Er es auch hübsch darnach machen. Abererst beschwatzt und berauscht Er die armen Leute, daß sie ins Tages-licht hinein kaufen. Vier Wochen darnach sitzt Er ihnen auf demHalse. Nun heißt cs: Geld her! Da wird wieder exeqnirt, ver-kauft und genommen, bis sie fort von Haus und Hof einer nach demandern in die neue Welt ziehen.

Gerichts schreib er. Laß sie ziehen so giebt cs Platz.

Wirthin. Wenn sie alle nach der neuen Welt gezogen sind,dann kann ich mein weißes Noß zusperren gelt? Nein bleibEr mir zu Liebe weg. Der Gewinn ist Sündengeld, ich mag ihnnicht. Wer weiß, wer weiß, warum mir mein Sohn so Plötzlichgestorben und mein Vieh so gefallen ist.

Gcrichtsschrcibcr. Hat Euch denn der Tischler bezahlt? He?

Wirthin. Der Herr Amtmann sollte ein Einsehens haben-aber der-

Lerichtsschrcibcr. Sagt doch, hat Euch der Tischler bezahlt?

Wirthin. Nein. Woher auch nehmen? Es giebt keine Arbeit.

Gerichtssch reibe r. Ihr sollt Euer Geld bald kriegen.

Wirthin. Wovon denn?