Friederike (sie bei der Hand fassend). Ja Wohl, bas weiß ich.
Glicrsörstcriu. Wenn er manchmal Abends von der Jagdkommt, nnd seinen Husten kriegt, so wird es mir recht ängstlich. Erwar neulich einmal ein bischen krank — nun, so meinte ich doch nichtanders, als das ganze Dorf wäre mir zn enge! — Wenn er nurein paar Tage über Feld muß — nnd Mittags ist sein Platz leer— oder ich seh' ihn Abends unter der Linde sein Pfeifchen nichtrauchen: so ist mir ganz wunderlich zn Mnthe. Ich gehe im Dorfezu diesem und jenem — die Leute sind auch alle recht nachbarlichnnd gut. — Da ist auch wohl der Schulze gekommen. Nun, lieberGott — es ist ein guter Mann, der Schulze, ein braver Mann!Aber cs ist doch mein Alter nicht — nein, es ist mein Alter nicht.
Li» Lursche. — Der Herr schickt mich aus dem Garten —ich sollte die Frau fragen, ob sie nun nach der Thür gesehen hätte?sollte ich sagen.
Gkcrförjlcri». Ja, ja, ich hätte darnach gesehen. (Bursche ab.)Nun aber doch zur Kuriosität, komm einmal her an die Thür.(Sie gehen beide hin und Friederike wird an der Thür gemessen.) Richtig,einen Kopf bist du gewachsen — einen ganzen Kopf. Aber überden Anton wirst du dich wundern — der ist lang — mächtig indie Höhe geschossen!
Friederike. Es soll ein schöner Mann geworden seyn.
Gkcrförjlcri». Kind, sag' das nicht, daß cs sein Vaterhört, denn wenn ich sage: „Es ist ein Mann, er muß hcirathen!"so sagt er: „ES ist eine Bube, er soll's bleiben lassen."
Friederike. So — darum —
Gkcrförjlcri». Nun sieh, mein Goldmädchen, das ist esja eben, was ich sage. Darum ist ja alle Tage der ewige Zank.Ich sage ihm ans die beste Art von der Welt, daß er Unrecht hat;aber was hilft's? Er glaubt es nicht.
Friederike. Er wird freilich einwenden —