32
P «i e fr n m.XII. Elegie.
(Endlich bin ich in dir mm, Poseidonia, staune
Tempel euch an, nur ihr lasset zu wünschen nichtsmehr.
Stückwerk, verglichen mit euch, sind die römischen Bau-ten. Es reihen
Felsen an Felsen sich hier, halten einander sich selbst.
Wie aus dem Haupte des Zeus Athene gewaffnet ent-sprungen.
Steht, vollendet in sich, herrlich das Griechische Werk;
In ihm fühlen wir Kunst, die Römischen aber sindkünstlich.
Herrschaft und Herrschaft allein kannten die Römerals Zweck.
Mit der Religion und dem Staate, dem Leben verwebet
War den Hellenen die Kunst, welche ihr Wesenerfüllt.
Die wir gebildet uns wähnen, sind noch Barbaren da-gegen.
Weniges steht nur mehr von der gewesenen Stadt.
Nicht der Rose Aroma erfüllet die heiteren Lüfte,
Wo vor Zeiten sie sich zweimal entfaltet des Jahrs.
Hin sind die herrlichsten Rosen, Poseidonia's Rosen
Blüthen, erblühen nicht mehr und die Hellenennicht mehr.
Einsam stehen, verlassen, die Tempel der Götter, ent-rageud
Langst verschwundener Welt, Zeugen der schönerenWelt;