Druckschrift 
1 (1829)
Entstehung
Seite
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Mag es in dem Geräusche des Tages den Neuern ge-hören,

Von dem Geliebten Besitz nehmen die Geister beiNacht.

Doch die damaligen Römer auch waren seit langem ent-artet,

Waren nicht würdig mehr der Cincinatischcn Zeit.

Glaub' in Mitte derselben dich, TituS zu sehen, dichEdlen,

Glänzest in Tugend allein in dem verdorb'ncn Ge-schlecht.

Und ich wandele srommen Gefühles die heilige Straße,

Durch versunk'nes Gestein längstens vergangenerPracht.

Traurig, verfallend, erscheint der Bogen des Sieges,den über

Jüdischen Starrsinn dein Muth, herrlicher Titus,errang;

Größer ist aber noch der, den über der Leidenschaftstärkste,

Ueber der Liebe Gewalt, über dich selbst du erkämpft.

Auch du bist nun Trümmer und Schutt nur, Tempeldes Friedens,

Wozu brauchte doch Rom Tempel des Friedens nochjetzt?

Rom ist ja selbst des Friedens Tempel für immer ge-worden.

Ruhe, du Erde des Siegs! schlafe die Ruhe desTod's!

Längere Herrschaft, größeres Vvlk gab's niemals, erregest

Ehrfurcht, Staunen in uns, immer erregest du sie.

Rom, wie deine Geschichte du selbst: bist einzig und ewig.

Ach die Gestalt nur blieb, aber das Leben entfloh.