380 Hauptartikel christlicher Lehre,
daß sie den Personen vornehmlich feind sind, sondern der göttli-chen Schrift, in Propheten und Aposteln gegeben, und dem Na-men unsers Heilandes Jesu Christi; diese zwei Dinge unter-stehen sie sich zu tilgen. Darum ist bemeldtes mahomedisches Reicheine grausame Strafe und Wütherei, aus Gotteslästerung undMord gegründet; dabei sind andere Schandflecken, daß es keinenrechten Ehestand halt, und gestattet schreckliche Unzucht. Weilnun dieses Reich ganz anders ist, denn die Monarchien zuvor ge-wesen, hat uns Gott davor gewarnet im Propheten Daniel undEzechiel, daß wir wissen, daß cs von Gott verworfen sei, unddie Kirche nicht ganz auffressen werde; werde auch gestraft wer-den. Solches ist zur Warnung gesagt, daß wir nicht verzagen,und nicht vom Evangelio abfallen, darum, daß die türkische Machtund Herrlichkeit groß ist, wie das menschliche Herz durch Glückund Unglück sehr beweget wird. Und spricht Daniel klar, dasReich, das ngch dem Fall der vierten, d. i. der römischen Monar-chie, das mächtigste sein wird (das ist gewißlich das mahomedi-sche), das werde Gotteslästerung reden, und wider die Heili-gen Kriege führen und Sieg haben; doch werde es sein Endeund Strafe auch haben.
Weil wir nun sehen, daß Gott selbst dieß mahomedische Reichverdammt, und nennet es Gotteslästerung und Mord, so sollenwir davon auch nicht anders halten, und sollen wissen, daß solcheGotteslästerung und Mord, Zerrüttungen sind vom Teufel ange-richtet, und sollen mit ernstem Gebet dagegen zu Gott rufen, daßGott diesen Grimm lindern, und ein Ende daraus machen wolle.Hieraus ist zu merken, daß dich Gottes Wort selbst durch denPropheten Daniel unterweiset, diesem Reich, das auf Gotteslä-sterung gegründet ist, nicht Ehrerbietung zu thun, wie den an-dern Königreichen, auch nicht dafür zu beten, sondern widerdas ganze mahomedische Reich zu beten.
Und ist dieser Unterricht zu unsrer Zeit wohl zu merken;denn wahrlich, das türkische Reich ist nicht als eine geringe Strafezu achten, oder als eine Veränderung der Reiche, wie vor Zeitendie Monarchien gewandelt haben: von den Chaldäern auf die Per-ser, von den Persern auf die Griechen, von den Griechen aufdie Römer. Und wiewohl alle Veränderung große Kriege undVerwüstung bringet, so sind doch in jeder Monarchie etliche löb-liche Regenten gewesen, die den Landen wiederum aufgeholfen ha-ben. Aber das türkische hält eine ganz andere Weise; nämlich,wie der Name ist; denn Türk heißt Verwüster; und Gog und