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4 (1829)
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344
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Hauptartikel christlicher Lehre,

6.

Der sechste Jrrthum: Daß sich die Bischöfe dadurch Ge-walt zumcssen, welche sie doch nicht haben. Denn so diese un-rechte, abgöttische Meinung bleibet, daß solche Werke, von Men-schen erdichtet, große Heiligkeit und Gottesdienst sind, geben dieBischöfe vor, sie sitzen in der Regierung; ihnen gebühre, solcheschöne Ordnung und Gesetze zu machen; fahren also fort underdichten neue Lehre und Gottesdienst, Opfermesse, Anbetung desSaccaments, Heiligendicnst, Eheverbot u. s. w., und lehren: wer !

solches nicht halte, sei ewig verdammt; denn Gott habe seine !

Kirche an die bischöflichen Gesetze gebunden; man sei auch sol- Ichen Gesetzen Gehorsam schuldig. !

Daß aber durch diesen Jrrthum viele hunderttausend Men- >schen in Verzweiflung und ewigen Gottes Zorn gefallen, ist leichtzu verstehen aus dem Eheverbot, das den Priestern mit eitel Ty- ^

ranne! aufgedrungcn ist, und Ursach zu Sünden und ewigem '

Schaden gegeben hat.

Es waren viel mehr Stücke zu erzählen, dadurch die Gewis-sen verletzt worden, darum, daß sie gemeinet, die Bischöfe haktenGewalt, solche Gebote der Kirche aufzulegen, und die Kirche wärean diesen Gehorsam gebunden, wäre nicht mehr Gottes Volk, so >sie diese Gebote nicht hielte u. s. f.

7.

Der siebente Jrrthum ist: Daß große, schädliche, umechteSpaltungen der Kirche und Zwietracht folge, so man diese mensch-lichen Gebote für nöthig achtet. Als vor Zeiten haben die Kir-chen sich zertrennet und verfolget, darum, daß sie das Osterfestnicht auf Einen Tag hielten. Item, die griechische und lateini-sche Kirchen streitet: Ob man zum Abendmahl Christi gesäuertesoder ungesäuertes Brot nehmen sollte? Item: Im Decretal wer-den verbannet Alle, so von der Beichte anders lehren, denn nachLaut des päpstlichen Gebotes u. s. w.

Um dieser sieben Jrrthümer, aller, 'oder etlicher willen, wer-den die Menschcnsatzungen durch die Heuchler geschützt, wie sol-ches ihre alten und neuen Bücher beweisen. Und wiewohl etlichegrobe Jrrthümer jetzund von unfern Widersachern subtil zugedccktund vermummelt werden, so wird doch dieß von ihnen allezeitaugehangt, daß dieser Gehorsam nöthig sei, die bischöfliche un-rechte Gewalt zu starken. Viele such streiten dieses noch, daß