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3 (1829)
Entstehung
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255
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Antwort der Fragstücke von kaiserl. u. päpstl. Gewalt. 255

rich IV und V. eine Ursach vorgcwandt, die einen großen Scheingehabt hat.

i Nach alter Gewohnheit von der Zeit Karls des Großen bis, auf diesen Heinrich den Vierten, haben die Kaiser selbst Bischoseund Aebte gesetzt, ohne vorgehende Wahl der Kapitel, wie et;auch in Gallien gehalten wird. Nun mag sein, daß Heinrich IV.seinen Jagern und andern wilden Gesellen oft die Prälaturengegeben hat; da haben die Papste vorgegeben: Kirchenregenten sol-len durch ordentliche Wahl der Collegien erwählet werden, unldsollen die Kaiser forthin nicht Macht haben, ohne der Collegiei rWahl Bischof oder Abt zu setzen. Mit dieser Sache, die einengroßen Schein hatte, zog der Papst die Bischöfe an sich, und! excommunicirte Heinrich IV. und prakticirte, daß wider ihn Ru-! dolph zum Kaiser gewählet ward, dem in der Schlacht bec

> Merseburg seine Hand abgehaucn ist. Darnach machte der Papst

den Sohn, Heinrich V. zum Kaiser; der verjagte den Vater, zer-störte Nürnberg, Augsburg und andere Städte, welche nicht! vom Vater abfallen wollten.

Nach des Vaters Tode änderte Heinrich V. sein Gemüth! und wollte auch die alte Freiheit behalten, Bischöfe und Aebtezu setzen; da ward er auch excommunicirt, und waren die Sach-i sen vornehmlich wider ihn erregt; die haben zur selben Zeit diepäpstliche Gewalt hoch erhoben und sehr gestärkt.

Es sind aber in der Schlacht bei Mansfeld viele Fürstenund Grafen umgekommen, nämlich des Kaisers Lothar Vater, undGraf Hoyer von Mansfeld.

Nach dieser Unruhe ist das deutsche Reich wiederum stattlichdurch Lothar aufgerichtet, der sehr viel nützliche Arbeit gethan.in Deutschland und Italien, hat auch zu Nom die Zwietrachtder Wahl zweier Päpste gestillt, und ist sein Hauptmann in Ita-lien ein Herr von Anhalt gewesen.

Hernach haben die Papste mit keinem Schein, nicht vc.mwegen der Lehre, auch nicht von wegen der Kirchengüter, sonde rnaus übermäßigem Stolz, diese Kaiser nach einander excommunieiret,und mancherlei Krieg wider sie erregt, nämlich Vrickerrauin Lar-barossam, klrilippum LainberAenseiir, Ottononr guavtunr, 1r>-«lerieum «eaumlum, (lonratluin, Vriäoriei «ocuncli ti.lium, unddieses Conrad Sohn, Conradinus, ist durch des Papstes Praktikvon den Galliern in Sicilicn gefangen und geköpft worden.

Nach diesem haben die Päpste Imckovicunr Lavurum excom-municirt, und haben erstlich nichts vcrgewendet, denn daß ein