Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
246
Einzelbild herunterladen
 

246 Antwort der Fragstücke von kaiserl. u. püpstl. Gewalt.

anstatt des Vaters den Krieg gefühcel hatte, dessen Mutter, Edith,des Königs von England Tochter gewesen. Gleichwohl hak erdiesem jüngern Sohne, von der Adelheid geboren, Italien unddas Kaiserthum gegeben, vielleicht darum, daß die Lombardeidurch die Mutter auf Otto gekommen ist. Und ist dieser Otto8ooun(Iu8 Herzog in Sachsen gewesen. Und dem ältern BruderLudolph hat der Vater das Herzogthum Schwaben gegeben, wel-ches ledig worden war, und war eine einzige Tochter Erbe; diegab Otto seinem Sohne Ludolph, sammt dem Herzogthum.

Aus diesem Allen ist klar, daß nicht der Papst die Landerund Hoheit ausgctheilet hat, sondern Kaiser Otto als Herr hatdiese Theilung unter seinen Söhnen selbst gemacht.

Otto der andere, wiewohl er durch den Vater ordentlichzum Kaiserthum erhöhet war, und Italien, Sachsen und Bra-bant hatte, dennoch sind Aufrühre wider ihn erregt. Sein Vet-ter, Heinrich, Herzog zu Baiern, Ilenrici Ijamliei-Acnsis Impo-rntori« Vater, hat einen Krieg wider ihn, den andern Otto,angefangen, und ist dieselbe Unruh zu Weimar in Thüringen,da Otto dieselbe Zeit gewesen ist, vertragen.

Nun war der König aus Gallien bis gen Aachen gekom-men; wider diesen eilte Otto, und zog bis gen Paris, da beideHerren, Otto der Kaiser, und Lothar, König in Gallien, selbstmit einander geredet haben und einen Frieden geschlossen. Alsohat Otto H. die Hoheit auch mit ehrlichen Kriegen wider Baiernund Gallos erhalten.

Darnach ist er gen Rom gezogen, hat da Hof gehalten,damit Friede in Italien sein möchte, und ist aus Rom widerdie Sarazenen und Gräcos in Apulien gezogen, hat etliche Städteeingenommen, und ist von den Gracis in einer Schlacht gefan-gen worden, die ihn aber nicht gekannt haben; denn er konntemit ihnen reden in griechischer Sprache, wie ein gemeiner Knechtihres Landes. Darum gaben sie ihn wieder los um eine ziem-liche Summe Geldes.

Als er aber zu Rom gestorben ist, hat er keinen Succefforernannt, wiewohl er zwei Söhne gehabt hat, Otto und Hugo.Nun war ein Tribunus in Rom, Crescentius; der wollte dasKaiserthum wieder auf die Jtalianer bringen; und waren deut-sche Fürsten zugleich auch in Rom, und hatte abermals der BaierHeinrich, der zuvor des Otto 1l. Feind gewesen war, die Ho-heit gern auf sich gebracht. Dieweil aber die Söhne Ottv's dierechten Erben waren der Lombardei, die Otto t. mit rechtem