Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
240
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240 Antwort der Fragstücke von kaiserl. u. papstl. Gewalt.

Als aber in Rom und sonst in Städten nicht Friede ge-blieben, und Karls Amtleute auch von Unterthanen getädtct wor-den sind, und der Papst Leo gefangen worden, ist Karl zumvierten Mal gen Rom gezogen, und hat Frieden in Jtalia ma-chen und erhalten müssen; denn in den vorigen Zügen hat derPapst, die Städte in Jtalia und Karl ein gebührliches öffentli-ches Bündniß gemacht, dieweil Italien keinen Schutz mehr vonKonstantinopcl hatte, auch nicht haben konnte.

Also hat Karl durch viele Züge Herr in Jtalia werdenmüssen, damit die Städte und Herrschaften Schutz hätten; dennkleine Macht kann nicht lange Frieden erhalten. Durch diese langeArbeit hat Gott den Franken diese Länder in die Hand gegeben;und also ist nicht der Papst, sondern Gott dieser Herr, der dieLander: Gallien, Germanien und Italien einem Regenten, 6a-rolo, in die Hand gegeben hat, wie Gott dem Alexander derPerser Königreich in die Hand gegeben hat, durch ordentlichengerechten Krieg und ehrlichen Sieg, davon geredet ist:Gottverändert die Königreiche;" und ist also der Sieg und HoheitGottes Werk, und der Papst hat dem 6arolo die Länder nichtgegeben, sondern Gott hat sie ihm zuvor gegeben, ehe der Papstihm den Titel gegeben hat. Denn Gott hat im Occident, durchdiese Siege, die Er gnädig gegeben hat, Frieden, Gericht undRecht angerichtet, und der christlichen Religion Schutz erhalten,wie das Werk ausgewiesen hat. Dieses sind Gottes Werke ge-wesen, ehe der Papst dieses hat bedenken können.

Daß aber der Papst 6arolo den Titel gegeben hat (römi-scher Kaiser), da ist auch klare Antwort: Diesen Titel hat Karlnicht angenommen, bis die Sache also vertragen ist, daß die Kai-ser zu Konstantinopel Kaiser sollten sein im Orient, und Karl undseine Erben Kaiser im Occident, wie vor Alters die Kaiser getheilthaben, und sind in Historien die Verträge ausdrücklich gesetzt.

Ich will nicht subtilitates suchen, daß Italien von den Kai-sern zu Konstantinopel pro ckerelicta gelassen, daß der Senat zuRom und in Städten Italiens noch Macht gehabt habe, einenKaiser zu wählen; item, daß Karl ein Patricius und Senator zuNom in den vorigen Zügen worden ist; sondern dieses Recht istklar und unwidersprechlich, daß der Vertrag also gemacht ist, durchdie Herrschaft zu Kvnstantinopel und nämlich durch zwei Kaiser,Nioepliorum und Mvllaelein.

Also hat Gott diese Hoheit im Occident durch Sieg, vonIhm gegeben, und durch ordentliche Bewilligung der Herrschaft