Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
239
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Antwort der Fragstücke von kaistrl. u. pLpstl. Gewalt. 2Zg

Aus diesem Allen ist zu verstehen, wie es nach Augustusmit der Wahl und Succession zu Nom und Konstantinopel,langer, denn sechshundert Jahr gehalten worden ist; und so langehaben der Papst zu Rom und der Patriarch zu KonstantinchelNichts damit zu thun gehabt.

Hernach als des Patriarchen und der Bischöfe in Orientund Gracia Auctorität groß worden ist, hat man sie bisweilenauch in die Praktiken gesteckt; doch haben sie dieses nie geschrie-ben (wie der Papst zu Nom), daß sie snre clivino oder sonstMacht haben, Kaiser zu setzen oder zu entsetzen.

Vom Kaiserthum 6nro1i und seiner

Successoren.

So fragt man weiter: so der Papst nicht Macht gehabthat, einen Kaiser zu wählen oder zu entsetzen, wie kann nun 6a-rolus UaAiru8 Recht haben zum Kaiserthum?

Kurze Antwort.

6arolus LlaZnu» hat sehr gut Recht gehabt jure belli, undbald durch die Lransactionen, die zwischen ihm und den Kaisernzu Konstantinopel aufgerichtet sind.

Gallien und Germanien haben die Franken lange zuvor ge-habt, auch mit gutem Recht, fürs belli und durch Verträge.Denn Justinianus hat gewilliget, daß die Franken Gallien behal-ten sollten. Hernach, als die kaiserlichen Amtleute und Exarchen:aus Gräcia in Italien große Tyrannei übten, weswegen etliche:Exarchen neulich vor Pipin erschlagen sind, und nach ihnen die-Longobarden auch Tyrannei trieben und der Franken Tugend nach,der großen Schlacht (da 6arolu8 Nartollus, 6aroli Na^ni Groß-vater, dreimalhunderttausend Sarazenen in Gallien bei Turon er-schlagen hat,) groß gerühmet wurde; ist Pipin, Karl MartellsSohn, wider die Longobarden in Italien durch den Papst unddie Städte erfordert, und hat denselbigen Krieg ganz löblich ge-führt, nicht seinen Nutzen gesucht, hat den Longobarden Nichtsgenommen, hat sie nur gezwungen, Friede zu halten, hat auchsonst in Jtalia kein Stück Landes eingenommen. Als aber ineLongobarden hernach nicht Friede hielten, ist Karl, der Sohn W-pins, erfordert; der hat das Land der Longobarden eingenommen,und den König Desiderius gefangen weggeschickt, der hernach zuLüttich in dem Gefängnis gestorben ist, nachdem die LongobmLen.204 Jahre in Italien ein Königreich gehabt haben.