Bedenken vom Synodo und von Bündnisse». 227
Dieweil denn nicht Hoffnung ist, daß Einigkeit im 8)-nockokönne gemacht werden, kann auch nicht sehen, wer den 8/nociumregieren soll, und wie der Prozeß sein soll, kann ich nicht rathen,daß unser gnädigster Herr, der Kursürst zu Sachsen, sich einlasse,einen 8)mo<Ium auszuschreiben.
Daß man aber spricht: es sei kein andrer Weg, Einigkeit zumachen; darauf ist diese Antwort: dieser Weg kann auch vergeb-lich sein, und mehr Spaltungen anrichten, und Hilst Gott den-noch der Wahrheit. Die Universitäten dieser Kirchen sind durchGottes Gnade im Grunde noch alle einträchtig: Tübingen, Hei-delberg, Marburg, Leipzig, Wittenberg, Frankfurt, Rostock, Greifs-Walde, Haffnia*); item, die vornehmsten Pradicanten in denStädten: Nürnberg, Breslau, Lübeck, Hamburg, Lüneburg, Stet-tin, Halle in Sachsen. Und obgleich Etliche an diesen oder an-dern Oertern Zank suchen, so sind doch gelehrte gottessürchtigeMänner mit uns einträchtig.
Also erhalt Gott seine Kirche und Wahrheit in solchen Per-sonen, obwohl daneben ungelehrte unsinnige Lecker Unruhe anrich-ten, als Jllyricus, Gallus und ihr Anhang; dennoch bleibt diechristliche Kirche und Wahrheit in Gottesfürchtige» und Verstän-digen; wie zur Pharisäer und Sadducaer Zeiten dennoch Zacha-rias, Simeon, Johannes, ihre Zuhörer gehabt haben, darunterdenn auch viele Schwache gewesen sind.
Wollen auch die Kur- und Fürsten Einigkeit erhalten, sobleiben sie bei gemeiner Confession und solcher Einigkeit in dengenannten Universitäten, und lassen nicht neuen unnöthigcn Zankerregen, haben auch in Mitteldingen Geduld.
Die gemeldeten Bedenken sagen auch, daß man berathschla-gen soll, wie Einigkeit zu machen sei zwischen uns und den aus-ländischen Kirchen: Helvetica, OsUieis, AnAliois, Uolonieis undIInAm-iom. Darauf sprech' ich: daß im Grunde keine Uneinig-keit bei Gottesfürchtigen und Verständigen bei ihnen ist, dennallein «io 6osrm Domini; was sonst Ceremonlen belangt, istleicht zu vereinigen oder zu dulden.
Nun kann man den Streit «io tloena. Domini nicht über-gehen; denn soll man cie LIevatione reden, wie die obgemelde-ten Bedenken fordern, so muß man viel mehr vom Grunde re-den. Einem armen gottesfürchtigen Pfarrer in Schlesien hat seinJunker durch den Henker drei Finger lassen abschneiden, darum,
*) Kopenhagen.
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