Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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221
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Bedenken vom Sacramentsstreitr. 221

ihnen zu gebieten sei, in ihrer Bereinigung Alle zu bleibe«; den«es ist nicht nöthig, alle Disputationen vor das Volk zu bringen;und welcher diesem Gebot nicht will gehorsam sein, dem sageman, daß er wegziehe ohne weitere Unruhe. Und damit keineWeitläufigkeiten oder ungewisse Reden hierin gesucht werden, sprecheich, daß ich bleibe in der Form, wie sie in examins LIsAsIliur-Zensi gesetzt ist, und habe um dieselbe Zeit und zuvor bedacht,und bin noch dieser Meinung, daß nicht nöthig sei, daß maudem Volke predige, wie Sarcerius schreibet, daß man die Erdeaufkratzen soll, so Etwas drauf träufelt, sondern diese Regel istund bleibt Wahrheit: kein Ding kann Sacrament sein, außer derAction, die der Herr Ehristus instituirt und eingesetzt hat. Unddiese Regel hat I)r. Luther sich sehr Wohlgefallen lassen, so dochetliche grobe, trunkene Theologen dieselbe vor 20 Jahren ange-fochten haben, und vornehmlich I)r. Wenzeslaus Link. Diesessage ich allein zum Bericht, diesen großwichtigen Sachen nachzu-denken, und dieweil viel verwirrte Disputationen erregt werden,daß man bedenke, wie zu reden sei, und daß man nicht alle Phan-tasie auf den Predigtstuhl bringe, sondern daß man das Volktreulich von Uebung des Glaubens und der Frucht des Sacra-ments unterrichte und zur Communion vermahne; denn gewißlichwahr ist, daß der Herr Ehristus bei seinem eingesetzten Mini-sterio gegenwärtig und kräftig und da ist, nicht wegen des Brots,sondern wegen der gläubigen Menschen, die diese göttliche Ord-nung verstehen und nicht verachten. Welche Unsinnigkeit ist's, daßdie Papisten fragen: was die Mause da fressen? Item, daWest-phal schreibt, daß der Leib Christi in allen Orten, in Stein undHolz sei, solche unflathige Reden soll man nicht auf den Predigt-stuhl bringen. Daß auch Leonhard Stöckel schreibt: ich und An-dere sollen uns mit Westphal zusammen thun, und des West-phals Schriften stärken helfen; das will ich nicht thun.

Zum dritten: So ein ehrbarer Rath solchen nicht aus derStadt wegschaffen kann, der unnäthige Fragen auf den Predigt-stuhl bringt, so ist doch dieses mein treuer Rath und Bitte, daßdie andern Prädicanten, die zum Frieden und zu der Form, wiegesagt ist, geneigt sind, in ihrer Bescheidenheit beständig bleiben,und Andere nicht ausdrücklich condemniren, oder sich vernehmenlassen, als wollten sie Gegenpart machen. Es haben die Papi-sten grausame Abgötterei eingeführt, welche gestärkt wird durchdiese, welche die Regel nicht halten wollen, daß Nichts Sacramentsei außer der eingesetzten Actio». Zu Worms vor zwei Jahren