Druckschrift 
3 (1829)
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206
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206 Bedenken vom Synobo aller Kur- und Fürsten

Rath christlicher, verständiger Prädicanten, solchen Phantasten baldvom Amte entsetzen, wie zu Nürnberg Etlichen verboten worden,daß sie nicht wider die rechten Pradicanten schreien sollten: Chri-stum I>or aeeillens justiüvaro und andere unflathige Reden. Wie-wohl zu dieser Zeit unter den Unsern viel unnöthige Streite aucherreget werden, die leicht zu richten sind, und kommt aus gerin-gen Sachen viel Verbitterung und Unruhe; als vom Chorrock.Darum begehren etliche Kur- und Fürsten, daß von den Con-fessionsverwandten ein gemeiner 8/nodun gehalten würde. Da-von ist alle Zeit mein Bedenken gewesen, daß kein solcher 8z-n-vcku» vorzunehmen sei, es seien denn zuvor die Kur- und Fürsteneinträchtig, nicht allein, was sie vortragen wollen, sondern auchwas sie endlich schließen, und worauf sie endlich bleiben wollen.Denn so dieses nicht zuvor bei ihnen vertraulich abgcarbeitet undbeschlossen ist, würde viel größere Uneinigkeit folgen, so nicht alleindie Prädicantcn in Zwietracht, sondern auch die Fürsten in Unwillenvon einander zögen, und macht man hernach Partei und Verhetzung,und will ein jeder Pcädicant seiner Herrschaft hosircn.

Nun sind jetzund etliche streitige Sachen, deren etliche beiVerständigen und Gottessürchtigen leicht zu richten sind, und inwelchen ein Theil mit dem andern könnte und sollte Geduld ha-ben; als nämlich von Bildern, vom Exorcismo und vom Chor-rock. Solche Sachen bedürfen keines 8/noäi, wenn man nichtaus Haß Schärfung sucht, und Verbitterung anrichtet, und großePartei machet, wie vor Zeiten die Päpste von wegen der Bilderdie Kaiser zu Konstantinopel condemnirt haben, und haben dage-gen die Könige zu Frankreich an sich gezogen, und jetzunder anetlichen Orten Etliche schreiben, daß alle Bilder ohne Unterschieddurchaus abzuthun nölhig seien, dagegen machen die Andern eon-lleinnationes, verdammen Abthuung der Bilder, welche beide zuhart sind; davon habe ich also gerathen ohne subtile Disputation.

Erstlich sollen wir Alle gleich lehren, daß man rechte Anru-fung zu Gott durch den Glauben an den Herrn Jesum Chri-stum, unangebundcn an die Bilder, erkennen und recht üben soll;item, daß man nicht erdichte, Gott erhöre lieber bei diesem Bil-de, denn sonsten; item, daß man nicht vor den Bildern nieder-kniec oder dazu laufe, wie gewöhnlich ist gewesen, und soll inSumma die Lehre von der Anrufung recht sein.

Zum andern, so ein Potcstat die Bilder aus der Kirche wegthut, dieweil solches ohne Sedition geschieht, soll solches nichtcondemnirt werden; denn cs ist öffentlich, daß nicht nöthig ist,