Mel. Antwort auf vergehendes Schreiben
Dem Durchlauchtigsten Hochgeborncn Fürsten und Herrn,Herrn Johann Friedrich dem Mittlern, Herzogen zuSachsen, Landgraf in Thüringen und Markgraf zu Mei-ßen, meinem gnädigen Herrn.
^)ottes Gnade durch seinen eingeborenen Sohn Jesum Christum,unfern Heiland und wahrhaftigen Helfer, der ihm gewißlich eineewige Kirche durchs Evangelium sammlet, zuvor! Durchlauchtig-ster, hochgeborner, gnädiger Fürst und Herr! Eure FürstlicheGnade bitte ich in Unterthänigkeit, und um Gottes willen, meineeinfältige Antwort auf E. F. G. Schrift gnädiglich zu verneh-men, und erstlich, nachdem ich nicht zweifele, E. F. G. der Ehr-würdige und hochgelehrte Herr Doctor Ehrhardt Schneppius undder hochgelehrte D. Victorinus werden als christliche, verständigeMänner, die Wahrheit berichten, bitte ich, Ew. F. G. wolltendieselben von allen Handlungen allhier ordentlich hören, damitnicht gedacht werde, ick) wollte mir zu Gute Etwas zum Scheinund mit Ungrund anzeigen.
Zum andern ist's wahr, daß ich auch nichts Höheres be-gehre auf Erden, denn daß die christliche Confession und dieKur- und Fürsten, und die andern Stände in Ewigkeit einigseien, Gott zu Lob und gemeiner Christenheit zu Gnaden undzur Seligkeit, habe auch darin, so viel Gott gegeben hat, alseinarmer verdrückter Schüler gedienet, und wollte sehr gerne, daßalle Kur- und Fürsten und Stände der christlichen Confessioneinen solchen 8^n»äum hielten, darinnen gründliche Einigkeit die-ser Kirchen also gesetzt würde, daß sie allen christlichen Herzen inallen Landen tröstlich und den Nachkommen ein gewiß Zeugnisund Regel der christlichen Lehre sein möchte. Dieses wäre uükL