Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
180
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IN) Fragen von eilf streitigen Religionsartikeln.

innnis*). Gott hat kein Zeugniß gegeben, daß man für dieTobten bitten soll, daraus folget, daß diese Gewohnheit vergeb-lich ist. Und also spricht Hieronymus 12, gf. 2: voneo in prse-senti sasvulo snnnis, «ivs eonsiliis, 8rve orationibun po88uinu«no» kichuvars. (inin unten ants tribunul Lbristi veniemus,nov lob, neo Daniel, nev i^oub, ro^aro pro guoguum pc>8-«unt, 8eä nnu8^ui8gue portabit onn8 8unin **). Und von derMesse ist gewiß, daß öffentlicher Mißbrauch ist, das Sacramentfür die Tobten zu opfern; es sind auch im alten GriechischenDanone nicht Gebete für die Tobten; aber hernach, als dieMönche in Kraseia gewachsen, sind mancherlei Mißbrauche ein-gerissen und gestarket worden, und vielmehr in der lateinischenKirche, da das keguiein groß Geld getragen hat.

Die achte Frage:

Ob allen Christen das ganze Sacrament des Leibes undBlutes Christi soll gereicht werden?

Antwort.

Keine Kreatur hat Macht, die Sacramente zu andern, undeinen Theil zu verbieten, und spricht Paulus:Eines Men-schen Testament soll man nicht andern, viel weniger soll mandes Herrn Christi Testament ändern." So ist öffentlich, daßdie alte Kirche den Laien das ganze Sacrament gereichet hat.Das ist geredet vom Verbieten. Wo aber Personen sind, dierechten Brauch gelehrct haben, und werden durch unrecbte Gewaltdaran verhindert, ist erstlich dieser Rath, daß besser ist, sie ent-halten sich eine Zeit lang ganz vom Brauch des Sacraments,denn daß sie mit bösem Gewissen einen Theil nehmen. Wo nundieser Rath von wegen der Verfolgung nicht Statt hat, sollendie Personen, die noch nicht gnugsam unterrichtet, oder die Ver-folgung nicht ertragen können, verständiger, christlicher BeichtväterRath haben, daß sie nicht Etwas anfahen und hernach wiederumzurück fallen. Dieses Alles ist wohl zu bedenken.

*) Die Anrufung ohne Glauben ist vergeblich.

**) So lange wir in diesem Leben sind, können wir entweder durchRath oder Gebet uns helfen. Wenn wir aber vor den Richter-stuhl Christi kommen werden, dann kann weder Hiob, noch Da-niel, noch Noah für Jemand bitten, sondern ein Jeder wird seineLast tragen.