Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
168
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168 Frage,» von citf streitigen Ätcligionsartikeln.

wohl zu betrachten, daß Unterschied ist zwischen weltlichen Gerich-ten und Concilien, wie droben gesagt ist.

Wenn die weltlichen Potestaten eine Erklärung machen inzweifelhaften Sachen, die doch vernünftige Ursach hat, so istdieselbe Erklärung kräftig, darum daß Gott der Potestat solcheMacht gegeben hat; denn dieselben Gerichte haben zu thun mitSachen, welche menschliche Vernunft richten kann. Aber wenndas Eoncilium eine Erklärung gibt, so ist dieselbe nicht kräftig,von wegen des Standes oder des tlonvilii, sondern sie ist nurein Bekenntnis eines Jeden Glaubens und Unterricht, und Stär-kung der Andern aus göttlicher Schrift.

Dagegen sprechen nun die Weltweisen: Wenn das (üoiwUiuiunicht medr Auctorität hat, so folget großer Ungehorsam; daraufist diese Antwort: Gott erhalt seine Kirchen und gibt Etliche, diedem rechten tioneiliv folgen, wie dein 6vnviliu der Apostel Act.15 Viele folgten. Darneben aber waren auch Viele, die nichtfolgeren, wider welche die Apostel nicht mehr tbun konnten, denndaß sie dieselben Ungehorsamen in den Bann thäten, und habenhernach Gott die oxseoutio befohlen, der that Exsccution, da erden Judentempel, Eeremonien, Städte und Regiment ganz ver-tilget»'; da ward klar, daß der Apostel Decrct göttliche Wahr-heit war.

Weiter vom Papst zu reden: die jetzigen Päpste sind öffent-liche Verfolger des Evangclü und Tyrannen; darum bedarf mandieser Frage von ihnen nicht, ob sie eine besondere Auctorität im(ionoiliv haben; sondern sie sollen durch christliche 6o»vil,a dam-nirt werden: und so sie sich nicht bekehren, sollen sie entsetztwerden, wie Samosatenus zu Antiochia damnirt und entsetzt ward,und viele Andere.

Zu setzen aber, daß ein Bischof zu Rom heilig wäre, sohätte er dennoch nicht besondere Auctorität anders, denn so vieldas rechte Oonciliu»» an sich selbst hat, und sind diese Phanta-sie» eitel grobe Jrrthümer, so inan gedenkt, der Bischof zu Romsei im tivnerlio, wie Kaiser Augustus im Rath zu Rom; erhabe eine höhere und besondere Auctorität, des 6»»eilii Bckennt-niß zu ändern, wie Alexander seiner Fürsten Meinung, oderAugustus des Rathes Bedenken änderte, rluotoritate re-sia unddazu sei er vionriu» , so er doch nicht anders vioarliin

ciiiiiit» ist, denn ein anderer Pfarrer, hat aber durch die 6uu-

') Statthalter Christi.