Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
153
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Unterredung der Pastoren und Prädicantcn zu Zerbst. 15Z

verkündigen, Solchen die da Bekehrung zusagcn, und die Abso-lution begehren. So aber Jemand in öffentlichen Sünden ver-harret, und nach Vermahnung nicht Besserung zusaget, da ist derPastor oder Prädicant als Richter, und soll dieselbe Person nichtabsolviren, und soll solches Alles gehalten werden laut der christ-lichen Consession und Kirchenordnung, die in unsern Kirchen an-genommen.

Also im Glauben und Leben, und in Summa von allenchristlichen Lehrartikeln, wollen wir durch Gottes Gnaden einträch-tig lehren, laut der Consession der Kirchen zu Sachsen, und sollnamhaftig von Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit, undvon Verachtung des äußerlichen göttlichen Worts verworfen seinpäpstische, Osiandrische und Schwenkseldische Lehre, und soll dasWortGlaube" also verstanden und erkläret werden, wie esin gemeldter Consession erklärt wird, so man spricht:Allein durchden Glauben sind wir gerecht;" nämlich der Glaube sei: AllesGottes Wort, uns gegeben, als wahrhaftig annehmen, und alsoauch die Verheißung der Gnade um des Herrn Christi willen,und sei ein herzliches Vertrauen auf den Herrn Christum, daßuns unsere Sünden gewißlich vergeben sind, und daß uns Ge-rechtigkeit um des Herrn Christi willen zugerechnet sei, und daßwir also Gott gefällig sein um des Herrn Christi willen, nichtvon wegen unserer Werke oder Tugend, sondern aus Gnaden undBarmherzigkeit, ohne unsern Verdienst. Und durch diesen Glaubenhat das Herz wahrhaftig Zuflucht zu Gott und Trost, und die-ser Glaube ist nicht ein Gedanke, von menschlichen Kräften er-dichtet, sondern dazu hat Gott aus seiner großen Barmherzigkeitseinen einigen Sohn gesandt, der die gnädige Verheißung gcoffen-baret, und will durch seinen Sohn mit dem äußerlichen Wort denheiligen Geist geben, und kräftig im Glauben wirken, und folgetnach diesem Trost im Herzen rechte Anrufung zu Gott, Liebeund neuer Gehorsam, wie solches in unserer Consession treulicherklärt wird. Und sollen zweifelhafte Reden nicht gebraucht wer-den, als diese: Der Glaube begreift die Liebe; wiewohl das wahrist, daß wahrhaftigem und lebendigem Glauben und Vertrauen zuGott, um Christi willen, in wahrhaftigem Trost folget Anfangherzliche Liebe zu Gott. Auch ist diese Rede unrecht und nichtzu gebrauchen:Der Glaube kommt aus der Liebe; und wollenwir in Summa durch die Gnade Gottes einträchtig in dieser Lehrebleiben, wie dieser Artikel in der Consession der Kirchen zu Sach-sen und in der Predigt des christlichen Fürsten hochlöblicher und