Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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144
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144 Predigt, gehalten zu Nürnberg über Rbm. 3.

das Gewissen leben, keinen Glauben, auch nicht den heiligenGeist haben. Darum wollen wir einfaltig und kurz Berichtthun, was die Werncuerung sei, und wie sie von der Gerechtig-keit vor Gott muß unterschieden werden, und wie Einwohnunggeschieht, und warum solche Verncucrung in den Gläubigen wirdangerichtct.

Erstlich aber wissen alle Christen, daß die Einwohnung undVerneuerung heißet, daß der heilige Geist, welchen der SohnGottes den Gläubigen gibt, in ihnen anrichtet neues Licht,neuen Gehorsam, rechte Anrufung, Geduld, Liebe und andereTugenden, welche Verneuerung, ob sie gleich in diesem Lebenschwach und unvollkommen ist, dennoch ist sie Gott gefällig.Denn die Person glaubet an Jesum Christum, und ist mitChristi Verdienst bekleidet, und Gott gefällig, wie Jesaias spricht61:Ich freue mich in dem Herrn, denn cr hat mich mit demNock der Gerechtigkeit, das ist mit dem Gehorsam und BlutChristi bekleidet, gleich wie Gott Adam und Eva im Para-diese mit Fellen bekleidet; und Petrus spricht, daß wir Chri-sten also Gott opfern geistliche Opfer, die Ihm gefallen in JesuChristo, und Paulus sagt Kol. 1: daß wir in dieser Schwach-heit gleichwohl vor Gott in Christo vollkommen sind, also daßwir Ihm gewißlich gefällig sind. Es soll aber diese folgende Wir-kung und Verneuerung fleißig unterschieden werden von der Gerech-tigkeit des Evangelii, die vor Gott gilt, gleich wie Paulus un-terscheidet gratiam, et äonunr, Nom. 5. Gnade heißet, daßGott den Sünder durch Barmherzigkeir annimmt und hält ihnfür gerecht um Christi Genugthuung willen, und dieß ist eigent-lich die imputata Justitia, damit wir vor Gott bestehen. DieGabe heißet die Gabe des heiligen Geistes, welchen der SohnGottes gibt in der Gläubigen Herzen, daß er sie tröstet und «er-neuert. Wie denn solches auch in diesem Spruch Johannes desTäufers begriffen ist:das Gesetz ist durch Moses gegeben,Gnade und Wahrheit ist durch Christum worden," Joh. 1.

Item, Christus fasset sie auch zusammen, Joh. 14.Wer mich liebet, der hält auch meine Rede, und mein Vaterwird ihn lieben;" das ist: Gott vergibt die Sünde Allen, diean mich glauben; damit wollen wir auch zu Ihm kommen undeine Wohnung bei ihm machen. Da redet er von der Gabe,Versiegelung und Verneuerung des heiligen Geistes, durch wel-chen wir Gottes Tempel sind, wie der Herr spricht:Bleibet inmir, so bleibe ich in euch!" Joh. 15;Und dabei ernennen wir,