von wegen des Gehorsams des Mittlers rc. 123
also ohne Unterschied spricht: Der Mensch ist gerecht von wegender wesentlichen Gerechtigkeit des Vaters, Sohnes und heiligenGeistes, oder: der Mensch ist gerecht von wegen der Jnwohnungdes Vaters, Sohnes und heiligen Geistes. Nun sind die Per-sonen nicht vergeblich geoffenbaret, sondern cs soll Unterschied ge-halten werden.
Haben doch die Heiden auch also gesprochen: Es ist keinehohe Tugend ohne Gott. Dieses aber ist in der christlichen Kirchenicht genug geredet, darin Unterschied der göttlichen Personen geof-fenbaret ist. Item, Unterschied der Gerechtigkeit vor Gott durchd n Mittler und der folgenden Wirkungen. Der ewige Vater willerkannt sein durch den Sohn, der die wunderbare Verheißung derGnade aus dem heimlichen göttlichen Rathe bald nach AdamsFall offenbaret hat.
Der Sohn ist zum Prediger und Versöhner gesandt, undist das Haupt der Kirchen, durch welchen ohne Mittel das Pre-digtamt erstlich angerichtet und für und für erhalten wird, undder selbst im Predigtamt kräftig ist, und sammelt eine ewige Kir-che, und zeiget den Vater, und wird durch ihn der heilige Geistin die Herzen mit der Predigt gesandt rc., und also ewiges Le-ben gegeben, wie diese Sprüche sagen: „Niemand kennet denVater, denn der Sohn, und welchem cs der Sohn offenbaret."Item: „Ich gebe ihnen das ewige Leben." Item, Eph. 1: „Erist das Haupt der Kirche, die sein Leib ist, und die ganze Ver-sammlung, darinnen er Alles in Allen vollendet."
Diese Rede: Christus ist unsere Gerechtigkeit, soll erstlichalso erkläret werden, von seinem Gehorsam, daß wir vor Gottgerecht sind, d. i., daß wir Vergebung der Sünden haben, undGott gefällig und angenehm sind von wegen seines Gehorsamsund seiner Fürbitte. Dabei ist auch wahr, daß durch Ihn inuns neues Licht in den Gläubigen angezündet wird, und wirdder heilige Geist durch Ihn in die Herzen gegeben, welche Ver-neuerung im ewigen Leben vollkommene Gerechtigkeit sein wird,wie Paulus spricht, Gal. 5: „Durch den Geist aus Glaubenwarten wir und hoffen auf die Gerechtigkeit." Aber in diesemLeben bleibt dieser Grund, daß die Person vor Gott gerecht ist,von wegen des Gehorsams und der Fürbitte Christi. DiesenTrost muß man nicht aus den Augen thun, und nicht gedenken,wir sind gerecht vor Gott darum, daß in uns Gott solche Tu-genden gewirkct hat, sondern der Gehorsam Christi soll uner-meßlich höher gehalten werden, denn die Wirkung in uns: 8u-