Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
116
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416 Werebung und Vertrag etlicher PrLbicanten

In solchem Gleichheit wollen anrichten, würde Ursach einer neuengroßen Spaltung und Unruhe geben, und ist von uns bedacht,daß es besser sei, daß man die Länder und Kirchen in denselbengeringen Dingen nicht unruhig mache. Eine jede Kirche hat, nachGelegenheit der Umstande, sich der Mitteldinge zu gebrauchen, oder,da sie gefallen, zu unterlassen; denn unnöthige Veränderung brin-gen Ungeduld, Widerwillen und Veränderung der Religion, Prä-dicanten und aller Regenten. So hat man erfahren die fünfJahr, welcher Schaden aus solchen Veränderungen in Sachen,die an sich selbst geringe gewesen sind, gefolget, und wird an je-dem Ort die Obrigkeit und verständige Prädicanten selbst wissen,einen Unterschied zu halten zwischen nöthigen und unnöthigen Din-gen und Aergerniß verhüten, und kann nützliche Ordnung in rech-tem Verstand gehalten werden, wie in einer Schule Ordnung derLection gemacht wird; davon auch die Prädicanten das Volkchristlich unterrichten sollen.

Es ist leider gemein in diesem elenden Leben, daß man vielunnöthige Dinge mehr achtet, denn nöthige Dinge. In der Kir-chen Regierung sind vier hoch nöthige Dinge: rechte 8tu<lia, Or-llinatio, (lonsistoria mit ernstlicher Lxsevutio und Visitatio. Diesevier vornehmsten Sachen sind vor Zeiten den Bischöfen und Stif-ten besohlen gewesen, welche alle vier, viel hundert Jahre von ih-nen ungeachtet oder übel gehandelt sind.

Welchen Fleiß sie thun zu Erhaltung nöthiger Studien, istam Tage. Darüber sind sie Verfolger christlicher Lehre; in derOrdination haben sie Niemanden unterwiesen, und haben UnrechteVerpflichtung angehängt; in (lonsistoriis haben sie Untugend nichtgestraft; ihre Visitatio hat auch nicht zu Erhaltung christlicherLehre gedienet. Nun ist gleichwohl hoch nöthig, daß man diesevier Dinge wiederum aufrichte. Die Schulen sind durch GottesGnade in etlichen Landen und Städten ziemlich angerichtet. Aberdie Ordination der Priester hat großen Mangel bei uns Allen,denn ob wohl in etlichen Landen eine ovremonia Orllin.-rtioni»und exsmeir gehalten wird, so ist doch die Unterweisung der Un-gelehrten zu kurz, und besonders präsentirt der Adel viel unge-lehrte Personen, und ist darauf zu denken, wie die Superatten-dcnten die Unterweisung und examen, Oräinatio und Vi-ütntiohalten sollen; denn wo man ungelehrte Pastorcs hat, werden sienoch unflcißiger, so keine Visitation ist, darin man sie verhörenund unterweisen sollte.