108 Antwort auf bas Buch A. Oslanders
inunsionem apull vum kaeiemusch, und das ewige Leben, wel-ches der Herr Christus wirket, wie Er spricht: „Ich gebe ih-nen ewiges Leben!" in diesem jetzigen Leben anfangen muß, soist dennoch Unterschied zwischen den Heiligen in der Auferstehung,und Heiligen in diesem jetzigen Leben, davon St. Paulus re-det, Gal. 5: „Durch den Geist aus Glauben, warten wir aufdie Hoffnung der Gerechtigkeit." Die Gerechtigkeit, die wir nochhoffen, und darauf wir warten, ist nicht Vergebung der Sünden,sondern ist, daß Gott Alles in Allem sein wird, und wie 1. Zoh.3 geschrieben ist: „Wir werden ihm gleichförmig sein."
Aber in diesem jetzigen Leben, ob gleich Gott in den Hei-ligen wohnet, so ist dennoch unser Aller Natur noch voll großerUnreinigkeit und sündlicher Gebrechen und Neigungen, wie derPsalm spricht: „Vor dir ist kein Lebendiger gerecht."
Hier müssen nun auch die Heiligen Trost haben und wis-sen, wie sie Vergebung der Sünden und Gnade haben, d. i.,wie sie Gott gefällig sind.
Diesen ist der Trost vorgestellt, daß sie nach der Wiederge-burt für und für Vergebung der Sünden und Gnade empfan-gen und behalten, um des Mittlers Jesu Christi willen, durchVerdienst seines Gehorsams, darin Er ein Opfer für uns wor-den ist, von welchem Gehorsam die Worte reden im 40. Psalm:„Im Buch ist geschrieben von mir, deinen Willen, mein Gott,thue ich gern."
Und gehört dieser Hauptspruch Rom. 3 auf alle Menschenin der Bekehrung, und hernach: „Wir werden gerecht ohne un-fern Verdienst, um seiner Gnaden willen, durch die Erlösung, dieda ist durch Christum Jesum, welchen Gott zum Versöhnervorgestellt hat, durch Glauben in seinem Blut."
Nun ist öffentlich, daß der Text hier redet vom Gehorsamund Verdienst Christi in menschlicher Natur, wie auch das WortBezahlung hier stehet, das oft wiederholet wird.
Und kann im Wort: „Wir werden gerecht," nicht alleindieser Verstand sein: wir werden gerecht durch die wesentliche Ge-rechtigkeit des Vaters, Sohnes und heiligen Geistes, sondern wirmüssen Vergebung der Sünden und Gnade mit fassen und dasVerdienst des Sohnes, der da ist zum Erlöser gestellt, unterschei-den vom Vater und heiligen Geist.
Und dieweil Etliche auch von dieser Rede, merito Oliristi, bis-ch Wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen.