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3 (1829)
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100 Bedenken aufs (Augsburger) Interim, vom I. 1548.

theilcn, so sind auch die Processionen, darin ein Theil getragenwird, zu unterlassen.

Dazu ist gewißlich wahr, daß Sacramente in ihrem Brauch,wie sie durch Gottes Wort geordnet sind, wahrhaftige Sacramentesind, nicht wenn sie zu andern fremden Werken außer ihrer Ein-setzung gewendet werden; darum ist der Spektakel in der Proces-sion unrecht, und soll nicht gestärkt und wieder aufgerichtet werden.

Ueber dieß Alles, so ist dieses auch bei den Widersachern be-kannt, daß Privatmessen, Heiligcnanrufung, Selmessen und dieProcession und etliche mehr solche Gewohnheiten, wenn sie gleichzu entschuldigen wären, dennoch unnöthig und gefährlich sind, unddaß das Exempcl der Wiederaufrichtung die großen Jrrthümer undMißbräuche bei den Andern stärket, und in diesen Kirchen wie-derum einführet. Item, daß die Aergecniß viel gotteSfürchtigeLeute betrüben wird. Item, daß viel Verfolgung verursacht, undviel Priester und andere Personen verjagt, gefangen und vielleichtgetödtet werden.

Nun sind durch Gottes Gnade diese Lande jetzt mit vielerGottesgaben gezieret, mehr denn andere Lande, mit Kirchen,mit ziemlicher Zucht, Gericht und Recht, mit Nahrung, mit löb-lichen Künsten. Daß wir nun solchen ziemlichen Stand selbstverstörcn sollten, und dazu wider Gottes Gebot, das können wirnicht rachen, und weil geschrieben stehet: Was aus Gott ist, dasbleibet, so wird man im Werke befinden, daß, obgleich Verän-derung der Kirchen an etlichen Oettern angefangen würde, daßdennoch diese Lehre, die wir predigen, in andern Landen und Kir-chen bleiben wird, und wird also das Interim wenig Einigkeitmachen.

Daß man aber Krieg fürchtet, darauf ist unsere unterthä-nigc Anzeigung: d '. Herrschaft wird sich hierinnen wohl wissenzn erinnern, was sie gegen die Kirchen, Schutz halben, thun sol-len oder können; für unsere Person sind wir durch Gottes Gnadezu weichen und sonst zu leiden bereit.

Daß wir aber nicht gelinder rathen, denn wie gesagt ist, istnicht Frevel oder Stolz, sondern Gottes Gebot zwinget uns, daßwir erkannte Wahrheit nicht verläugnen und nicht verfolgen sol-len; so hoffen wir, diese Schrift werde selbst anzcigen, daß wirnicht von Dignitäten oder Gütern streiten, sondern allein von-thiger Lehre und Gottesdiensten sagen.

So wollen wir auch die Herrschaft und andere Leute nichtbeladen mit sonderlicher Disputation, die nicht Allen zu wissen