Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
92
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A2 Bedenken aufs (Augsburger) Jnterün, vom I. 1543.

büß wir glauben sollen, daß Gott gewißlich Alle, die sich bekeh-ren und auf den Sohn Gottes vertrauen, durch solchen Glaubenzum ewigen Leben annimrnt. Daß aber Etliche sagen, wir ver-stehen das Buch nicht, daS lassen wir die richten, die hernachweiter schreiben werden, so es an das Licht kommt. Und so manes gleich subtil entschuldiget, und die Stücklein hin und her zu-sammen liefet, so ist cs ihm doch selbst widerwärtig.

Dieweil denn dieser Artikel, wie der Mensch vor Gott ge-recht und vor Gott gefällig sei, allen Menschen recht bekannt seinsoll, damit dem Sohne Gottes seine Ehre gegeben werde, unddie Menschen rechten Trost haben, sollen alle Menschen, gelehrteund ungelehrte, Helsen die göttliche Lehre des Evangelii rein undunverdunkelt erhalten.

Derhalbcn können wir nicht rathcn, daß Jemand in diesemStücke das Buch annchme.

Und dieweil öffentlich ist, daß keiner Kreatur im Himmelund auf Erden gebühret, den wunderbarlichen Rath Gottes, rmEvangelio geoffenbaret, zu ändern: so wollen wir durch GotteSGnade auch forthin die Lehre vom Glauben und guten Werkentreulich lehren, wie wir sie nun viele Jahre in diesen Kirchengepredigt und erkläret haben; denn also ist sie in göttlicher Schriftklar ausgedrückt.

Bon der Kirche und Bischöfen.

Dom eilften Blatt bis auf das achtzehnte wird geredet, wasdie Kirche Gottes sei, und von Ordnung und Gewalt der Bi-schöfe, und sind etliche Stücke eingestickt, welche von gottesfürch-tigen gelehrten Leuten billig angefochten werden.

Dieweil aber diese Reden fast bis zu Ende dieses Artikelsgemeine, weitläufige, zweifelhafte, heftige Reden sind: so wollenwir nicht rathen, daß unser gnädigster Herr diesen Artikel streite.Es ist wahr, daß die Kirche die Versammlung ist der Rechtgläu-bigen, und daß man sich von der Kirche nicht absondern soll;davon aber ist die Frage: welche die Rechtgläubigen sind?

Und dieweil uns zur Schmach die Absonderung hoch be-schweret wird, so ist dennoch unsere Nothdurft, diese Antwort da-gegen zu thun, welche das Buch selbst bekennt: ES ist GotteSunwandelbares Gebot, daß die Lehrer falsche Lehre und falschenGottesdienst strafen müssen; so nun der Gcgentheil der Wahr-heit nicht weichen wollte, und folgen daraus Spaltungen, so sinddie Verfolger der Wahrheit, und sonderlich in nöthigen wichtigen