Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
Seite
75
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auf dem Reichstage zu Regeusburg 1541 rc. 75

ser Wahn thcilet den Verdienst, in des Herrn Christi Leiden, unddes Priesters Werk, so doch geschrieben stehet: mit einem einzi-gen Opfer hat er die Heiligen vollendet.

Dazu hat sich der Sohn Gottes selbst dem Vater geopfert,da Er für uns gestorben, wie geschrieben stehet:Der sich selbstgeopfert hat rc." Und gehet kein anderer Hoherpriester in dasHeiligthum, d. i., ohne Mittel vor den ewigen Gott, denn alleinChristus, wie von Ihm geschrieben stehet:Durch sein eigenBlut ist Er in das heiligste Heiligthum gegangen, und hat dieewige Erlösung erworben." Und hat nicht befohlen, daß Ihn An-dere opfern sollen im Abendmahl, sondern will, daß dieser SchatzAndern ausgctheilet werde.

Item: Ein Jeder soll ihm selbst durch eigenen Glaubendie Wohlthat Christi zueignen; darum kann das Opfer AndernNichts verdienen. Item: Unser Hoherpriester Christus hat imAbendmahl nicht geopfert, sondern allein ausgctheilet, hat auchnicht befohlen, das Sacrament für Andere zu opfern, sondern ge-sprochen:Nehmet hin, esset." Nun gebührt uns nichts Ande-res zu thun, denn das da gethan und befohlen hat unser Hoher-priester Christus.

Daß aber das Opfer für Andere, oder die Application bleibe,so man die Privatmesse erhalt, ist daraus klar; denn die, so solcheMesse halten, sprechen in ihrem Kanon, daß sie solche Opfer fürAndere thun zu Erlösung der Selen, für die Lebendigen und Tob-ten; auch bleibt im Volk dieser Wahn. Daß die Messe für denallerhöchsten Gottesdienst auf Erden, und nöthig für Andere zuhalten sei, und bestellet und sundirt derhalben Messe für sich undfür die Tobten.

Diese Jrrthümer und Mißbrauche muß man strafen; so aberEinigkeit der Lehre gemacht wird, und das Volk recht vom Ge-brauch des Sacraments, vom Glauben und rechter Anrufung un-terrichtet wird, und die opplio.itia oder Verdienst für Andere imPredigen gestraft würde; so wäre alsdann keine öffentliche Zwie-tracht und Spaltung, dieweil man in der Lehre einträchtig wäre,obgleich etliche Personen ihre Gewohnheit so bald nicht änderten.

Vom Gebrauch des ganzen Sacraments, bitten wir sehr,daß man der armen Gewissen Nothdurft bedenken wolle, welchean vielen Orten hart geängstiget werden; sie wissen, daß es inder Kirchen gewöhnlich gewesen, das Sacrament ganz zu reichen,wissen auch, daß solches von Christo also geordnet und befoh-