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3 (1829)
Entstehung
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64
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64 Relation des gehaltenen Gesprächs in Religionssassen

Seligkeit nöthig, und solche Erzählung für Gottesdienst oder ver-dienstliches Werk gehalten wird, so folget daraus, daß man sol-ches hat sollen und müssen ansechten und strafen, und die Kirchevon solchem Joch frei machen.

Wie groß die gewesen sind, so in diesem Eoncilio die Vor-nehmsten gewesen, und wie viel darin gesessen, die da dicß Ge-bot beschlossen haben, so sollten sie doch Petrum gehört (derda rufet: Was versuchet ihr Gott, mit Auflegen des Jochs?) undihm gefolget haben. Es ist offenbar, daß dieser Gebrauch dieSünde zu erzählen, also eingerissen ist, daß man cs hat für ei-nen besonder» Gottesdienst, und solches Werk, dadurch man Ver-gebung der Sünden verdiene, gehalten. Und derselbige Kanon,ob er wohl unmögliches Ding gebietet (nämlich: alle und jedeSünde zu erzählen); so machet er doch dasselbige nöthig zurSeligkeit, verdammet alle die, so nicht alle ihre Sünden beich-ten, und gebietet, sie hinweg zu werfen, als die Verbannten. Sol-ches streitet auf zweierlei Weise wider den Glauben. Erstlichdarum, daß dadurch das Erkenntnis verdunkelt wird, daß Verge-bung der Sünden umsonst, und nicht von wegen unseres Ver-dienstes geschenkt wird, und daß man die Erzählung für ein-thigcs und verdienstliches Werk hält. Zum andern, daß derGlaube geschwächt wird, durch Zweifel, welcher von Noch wegenfolgen muß, dieweil dieß Gebot fordert, daß man alle Sündenerzählen soll.

Dieß sind große, wichtige und nöthige Ursachen, darum manhat dieß Gebot müssen anfechten, unangesehen, daß es im Con-cilio beschlossen, welches hat nicht Macht gehabt, neuen Gottes-dienst anzurichten und unmöglich Ding zu gebieten, als Noch zurSeligkeit, das von Gott nicht befohlen ist. Zudem, dieweil dieKirche nicht richtet von heimlichen Sachen, kann sie auch nichtgebieten, daß man heimliche Stücke erzähle.

Ueber das, so sind aus diesem Gebote auch andere sträflicheund falsche Gottesdienste gefolget, nämlich die Kati.^aetionvn oderGenugthuungen. Denn aus diesem Grunde wollen Etliche dieBeichte vertheidigen, daß sie sagen, sie sei darum nöthig, damitman möge den Beichtenden eine gewisse Strafe auflegen.

Was aber für Jcrthum und Mißbrauch sei in der Satis-faction, haben wir in der Apologia angezeigt, dahin wir unswollen gezogen haben. Und achten's dafür, daß die ganze Lehrevon der Buße christlich, fleißig und treulich von uns dargethanund verkläret sei, und halten, daß daran Gott angenehmer Dienst