Relation von der Handlung des gehaltenen Ge-sprächs in Religionssachen auf dem Reichstagezu Regensburg im Jahr 1541. Auch Urtheilund Bedenken von dem Buch von kaiserl. Maje-stät den Ständen des Reichs, als ein Weg undZurichtung zur Einigkeit und Concordia in derReligion gehalten (Regensburger Interim), obes anzunehmen oder nicht.
2k(achdem wir erfordert, von der Handlung des Gesprächs Be-richt zu thun, und alsdenn unser Bedenken vom Buche anzuzei-gen, will ich erstlich eine kurze Erzählung thun, wie sich'S imGespräch zugetragen, und welche Artikel bestritten sind oder nicht.Und so man das Buch gelesen hat, wo man weitern Bericht be-darf, will ich mich dazu erboten haben.
Als wir, so zum Gespräch verordnet, erstlich zusammen kom-men, ist uns in kaiserl. Majestät Namen ein Buch vorgelegt,mit einer ernsten und wohlbedachten Rede, daß kaiserl. Majestät,als die Ruhe und Besserung der Kirche zum höchsten begehret,viel bei sich betrachtet und Anderer Rath gehöret, was bei dieserSpaltung vorzunehmen, hätte aber allezeit lieber gnädige und ver-söhnliche Wege gesucht denn andere, daraus große Zerstörung fol-gen möchte, und wiewohl Ihrer Majestät viele Rathschläge zu-kommen, so wäre doch Ihrer Majestät dieses Buch insonderheitalso gelobet, daß es ein Weg zur Einigkeit sein oder weisen sollte;begehrte deswegen, wir, die Verordnten wollten dieses Buch miteinander lesen und erwägen, und darauf unterreden, doch Allesunverbindlich, und was wir bedächten, darin zu ändern, dazuoder davon zu thun, das sollte erlaubt sein.
Darauf ist eine kurze Unterredung gehalten, und dieweil dieAndern alle daS Buch dermaßen zu lesen bewilligt, bin ich's