Druckschrift 
1 (1829)
Entstehung
Seite
11
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Philipp 5Kcland)tl)on. 11

©ein gleip war fo grop, bap man halb für feine ©cfunbbeit be=forgt warb; gutfjcv, bet in feiner rafrlofen Si)dtigfeit oft fdbftbaS SJtap überfdjritt, warnte i()n unablafftg »ot übermdpiget An=ftrengung, unb felbft fein treuerer 2anbeS»ater, griebrid) berSöeife, ermahnte il)it freunblid) unb ernft, feine ©efunbljcit jufd)onen, unb nid)t burd) übertriebenen gleip feine Strafte ju er*fd)6pfen. 2Bie viel er gearbeitet, ergibt fleh fdjon barauS, bapfeit bem SSeginn feiner neuen ßaufbafyn, mitten unter feinenmannidtfadjen ©efehaften, jcbeS 3at)c burd) wenigftenS ©in ge*leijrteS 5ßerE auägejeidjnet ijt.

Salb fanb er nun aud) ©eiegen()eit, öffentlich jtt betreuen,bap et bie ©ad)e 2utt)cr3 ju feiner eignen gemadjt habe, unb,fo ftiebliebenb er war, bod) ben Stampf für bie SBaprheit unbd)riftlid)e greipeit nid)t fepeue. ©t begleitete ben helbenmüthigengreunb, al$ biefer im SttniuS 1519 ju bem für beibe Parteienbebenflkhen unb gefaptlidjen DieligionSgefprdd) mit Johann ©cf,sptofeffor ju Sngolftabt, nad) Seipjig jog; h icc führten jwar2lnbreaS Sobenftein, genannt Äarl|tabt, unb 2utl)er felbfi ba§5I$ott; SJt. aber griff gelegentlid) ein, befonnen unb gemafjigt,unb bod) fo feft entfdjicben, fdjarffinnig unb nad)brücflid), bap©cf, gereijt unb ärgerlich ihm jurief:©djweigt, fPhilipp; füm*mert ©ud) um ©ure 2fngelegcnf)eiten, unb ftört mich nidjt!"Unbefriebigt, unb burd) bie ungeftüme >f)eftigfeit ber S3erl)anb=lungen in feinem Snnern »erlebt, fd)rieb et »on SBittenbergauS einen freimüthigen unb getreuen S3erid)t übet bicfelben anfeinen greunb Defolampabiuö, unb al$ biefer förief burd) benDrucf befannt gemad)t, »on ©cf aber, nach beffen SBeife,fogleid) beflritten warb, fal) er fid) genötbigt, eine SertheibigungherauSjugeben, bie ein CWuffer »on SSefdjeibenfjeit, Sftdpigung,Älarbeit unb ©rünblidjfeit iji. £>ier fpridjt ber reinfte unb ebelfte©ifer, würbig für eine würbige Angelegenheit, beS ©egnerS un=jiemliche SBaffen, fopl)iftifd)c Deuteleien, ©d)impfen unb @d)el*ten, Stoßen unb Soben, »erfd)mahenb. 2utf)er felbft, gefranftburd) ben Dünfet, mit t»eld)em ©<f auf SJt. hcrabfah, unb burd)ben Uebermuth, mit welchem er ihn beljanbeltc, »erffefjerte öffent»lid):Der SSeifall bcSfelbett gelte ihm am meiften, unb feinUrtpeil fo »iel, bap er fid) nid)t fd)ame, wenn Wt. nicht feinetMeinung fei, biefe aufjugebett, um ber föfllid)en ©aben willen,bie ©ott i()m reichlich »erliefen ^abc."

Die leipjiger Disputation wirfte fetjr bebeutenb auf SDtS2e6en ein. Sticht nur war fte bie fßeranlaffung geworben, feinen