Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
554
Einzelbild herunterladen
 

834

liche Eckpfeiler so mit den alten Inseln verbunden, daß sie zweien schmalenLandzungen gleich in daö Meer hinauSragtcn. Auch nordwärts muß sichein ähnlicher Vorsprung gebildet haben; er ging vom nordwestlichen Endedes HarzeS aus und trat, derselben Richtung folgend, in dcn Occan hinein,hier den beiden Höhenzügen ihren Weg verzeichnend, welche später, nachAbsatz der Kreide, als Wcscrkette und Teutoburgcrwald neben ihm hervor-brachen. Daß beide Gebirgszüge jünger sind als die Kreide, zur Zeit desKeuperabsatzes also noch nicht eristiren konnten, wurde früher (S. 295)gezeigt. Dagegen erfuhren wir bereits (S. 294), daß die Hebung derVogesen und des Schwarzwaldcs vor Absatz der Triasglicder statt hatte,und wahrscheinlich am Ende der Zcchsteinbildung erfolgte; indem nur dasoberste Glied dieser Formation, der Vogesensandstcin (S. 239), denman früher als unterste Schicht zum bunten Sandstein zählen wollte, inihnen aufgerichtet zu sein scheint.

Im Umfange der so gestalteten Insel dcS alten Gcrmaniens,deren Form auf dem eingeschalteten Holzschnitt deutlicher hcrvortritt, muß

contur mit abstehenden Strandstrichcn von dem umgebenden Meere, ans welchem sich dieKrcidcformation absctztc, deutlich unterschieden. Auf dem Boden dieses weiten Oceanssind die späteren Flußbetten der Hauptströmc Deutschlands durch punktirtc Linien ange-geben und in derselben Weise erkennt man die Städte und den heutigen nördlichen Küsten-rand oo» Belgien bis nach Pommern. Innerhalb des Landes zeigen sieh zwei großeWasserbecken, das westliche rheinische, welches südlich von der Juraformation, nördlichvon der Grauwackcnformation geschlossen wird, und das östliche böhmische Becken,größtcuthcils von granitischcn und inetamorphischcn Gesteinen umgeben. Die Grau-wackengcstcinc, an dem nordöstlichen Streichen ihrer Schichte» kenntlich, lagern sich invier verschiedenen Hauptgruppcn an jene älteste» plutvnischcn Erhebungen Böhmens anund bilden mit ihnen den geschlossenen Kessel des heutigen Czcchischcn Königreichs. Durchdie eine, nordwestliche Grauwackcnmaffe hängen das Erzgebirge und Fichtelge-birge, welche nach dieser Seite Böhmen abschließen, mit dem Thüringcrwalde zu-sammen. Ihn und den nördlicher gelegenen Harz u,»gürtet, als schmaler schwarzerKüstenland der allcrältcstcn plutvnischcn Erhebungen von Deutschland, dicZcchstcinfvrma-tion, deren Spur auch an der Ostküstc des großen westlichen Grauwackengcbietcs zn beidenSeiten des Rheines erkannt wird. Die nordwestlichen und südlichen Küsten desselben um-gicbt die Stcinköhlcnfvrmation als schmaler Saum; sic tritt überhaupt nur in der Nähedes ältesten Meeres auf, und zeigt sich an den verschiedensten Stellen der Grauwacken-gcstadc ostwärts wie westwärts. Selbst am Ufer des böhmischen Binnenmeeres bildetensich Steinkohle». Nach dieser Zeit zog sich das Meer aus dem Raume zwischen Böhmen,dem Harze und dem rheinischen Schicfcrgebirgc zurück, und hintcrlicß daselbst die (hori-zontal gestreiften) Triasschi eh ten. Ihre älteste Küste wird durch den (wellig gestreif-ten) Lias bezeichnet, an den sich der mächtigere (punktirt gestreifte) Jura unmittelbaranschlicßt. Seine äußere Grenze ist das Ufer des Krcidcmccrcs.