Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
534
Einzelbild herunterladen
 

334

»

lebende Arten. Drei in Süd-Afrika (lili. nkricimus, Ikli. 8im»8, l!!i.Kkirlo.-,), haben ein doppeltes Nasenhorn, keine Schwielen neben den großenGclenkfaltcn des Körpers, und verlieren ihre vicr Schncidczähnc, die wenig-stens dem Unterkiefer gewiß eigen sind, sehr bald, so daß an erwachsenenIndividuen sich kaum noch Spuren davon erkennen lassen. Die vier an-deren Arten besitzen große, durch Schwielen geschützte Hautfalten an denGelcnkungcn des Nackens, der Schultern und der Schenkel, welche ihremKörper ein gepanzertes Ansehen geben. Unter ihnen ist die nordafrikanischcArt (UI,, cncullotus aus Abyssinicn) auch zwcihörnig, die drei anderen sindasiatische; eine davon (Mi. sumotroiuüs) hat ebenfalls zwei Nascnhörncrhinter einander, aber ein langes, ziemlich dichtes Haarkleid und zweiSchncidczähnc in jedem Kiefer; die beiden anderen Arten besitzen nur einNascnhorn, dickere Schwielen neben den Gclcnkfalten deS Körpers, undvier Schncidezähnc in jedem Kiefer, wovon oben die inneren, unten dieäußeren sehr viel größer sind, als das andere, deshalb öfters ganz fehlendePaar. Java'S Art (Mi. juvonious) ist etwas kleiner und mit nabclförmigvertieften Warzen bedeckt, die Art aus Vorderindien (Mi. inckious) wird10 Fuß lang und 5 bis 6 hoch, hat keine regelmäßigen Warzen, aber vonallen die stärksten Gclcnkschwiclcn und die dickste Haut. Die präadami-tischcn Arten dieser Gattung sind nicht minder zahlreich, allein noch nicht sosicher unterschieden. Am häufigsten finden sich in den DiluvialschichtenReste einer dem gemeinen südafrikanischen Rhinoccros ähnlichen Spccicsmit zwei Hörnern und dicker knöcherner Nascnschcidcwand, welche man des-halb Mi. tiolioriliinus genannt hat (Fig. 1). Ihre Knochen sind durchdas mittlere Europa wie nördliche Asien verbreitet, und hier war cs auch,wo man mehrmals ganze, von Haaren dicht bekleidete Individuen senkrechtstehend im gcfrorncn Boden an den Ufern der Willuji auffand ^). Gleich-zeitig mit diesem Nashorn lebte eine andere Art (Mr. leptorrlünus, Fig. 2)

12) Dcr Akademiker Brandt in St. Petersburg hat durch Vergleichung ältererNachrichten und neuerer Beobachtungen ermittelt, daß alle wohl erhaltenen Individuenvom Mammuth wie vom Rhinoccros senkrecht im gefrorene» Boden stehend gefunden wur-den. Durch genaue Untersuchung ihrer anhängcnde» Fleischthcilc konnte er sich überzeu-gen, daß diese Thicre sehr schnell oder plötzlich umkamen, also wahrscheinlich erstickten, alssic in den damals sumpfigen Morast jener Gegenden und Zeiten versanken. Eben derselbeBeobachter fand in de» Vertiefungen dcr Backzähne eines Rhinoccros Reste seiner Nah-rungsmittel, deren sorgfältige Untersuchung Fichtcnhvlzgcwebc und eine Polygvnecn-Frucht erkennen ließ. Dadurch würde die früher erwähnte Ansicht von O w c n, daß jeneThicre für ein kälteres Klima bestimmt waren, als ihre heutigen Repräsentanten, eine neuethatsächlichc Stütze erhalten. Bergt. Frvriep 's neue Notizen rc. B. 40. S. !).