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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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DK Glicdcrthicrc spiclm auch i'n der Tmiäwpochc, wie in alknfrühkmi, cinc lehr untergeordnete Rolle, was wohl mehr auf Rechnungihrer weichen, höchst verletzlichen und sehr kleinen Körper zu schieben ist, alsauf die größere Armuth derselben in früherer Zeit. Man kennt nur die mithärteren Panzern bedeckten Krebse, oder die im Bernstein uns aufbcwahrtenInsekten, etwas genauer. Würmer fehlen, mit Ausnahme einiger8erpula - Röhren, gänzlich. Die Krebse gehen dagegen mit mehrerenRepräsentanten durch alle Hauptabteilungen der heutigen Formcnreihchindurch. Von der merkwürdigen, haftenden, im reifen Lebensalter unbe-weglich stritten Familie der Rankenfüßer tPiriigocküi) fanden wir in derKreide die ersten Spuren; sie fehlen auch hier nicht, sind aber zahlreicher

wohnen. Wenn also fossile Meeres-Conchylicn an Orten sich finde», die jetzt weit vomMeere entfernt liegen, so darf man begreiflicher Weise keine Art an derselben Stelle »ochlebend suchen, sondern nur in benachbarten Meeren. Interessant ist dabei die Thatsachc,daß solche Meeres-Cvnchylicn gegenwärtig mehr in südlich, als in nördlich nahe gelegenenMeeren angctroffcn werden. Am deutlichste» zeigen es die Tertiär-Cvnchylien des nörd-liche» Deutschlands, von denen nur sehr wenige lebend in der Nord- oder Ostsee Vorkom-men, dagegen bei weitem mehr im Mittelmccrc. Minder fällt es auf, daß die Aehnlichkciteben dieser Conchylicn mit den obcrtcrtiärcu Italiens (dcrApcnnincnformation) viel größerist, als mit den gegenwärtigen des Mittclmecres; während sic zugleich den »ntertcrtiärcndes Pariser Beckens entfernter sichen, als der Gegenwart. Dagegen zeigen die vbcrtcrtiä-ren Meeres-Conchylicn verschiedener Fundorte des mittleren Europas eine sehr große,ja fast vollkommene Uebcrcinsliuunung unter einander. Die Land- und Süßwasser-Conchylicn sind weniger allgemein durch die tertiären Schichten verbreitet, und eignen sichdeshalb nicht so gut zur Aufstellung allgemeiner Resultate. Das Rheinthal besitzt imLöß ein der Diluvialepoche nahe stehendes mächtiges Süßwasscrgcbilde, das zahlreiche In-dividuen von Land - und Süßwaffer- Conchylicn, aber nur wenige verschiedene Arten um-schließt. Es sind größtenthcils Bewohner feuchter, schattiger Hochwaldunge», die in küh-len Gebirgsgegenden lebten, und den Ursprung des Lößcs aus alpinen Gewässern deutlichvcrrathcn. Bei weitem die meisten cristircn noch, aber manche von ihnen nur in der be-nachbarten Schweiz; die Zahl der gegenwärtig an beiten Orten fehlenden ist gering, sicscheint >/,2 der ganzen Menge zu betragen. Unter dem Löß folgt das marine Tertiär-gebildc des Mainzer Beckens (S. 270), dessen Conchylicn 270 verschiedenen Arten angc-hören, wovon etwa 7l) Landschneckcn und 28 Süßwasscrbcwohncr sind. Nur 10 von denLandschnccken eristiren noch lebend in derselbe» Gegend, aber 44 fehle» wenigstens inEuropa der lebenden Schöpfung ganz. Mit der jüngeren Zeit des Lößcs hat diese Schichtnur vier Arten gemein. Nach allen Thatsachc» stellt sich also das Resultat heraus,welches wir schon oft aussprachcn: Die Aehnlichkcit der Gegenwart mit der Vergangenheitist um so größer, je näher ihr der verglichene Zeitpunkt liegt; um so geringer, je fernerer rückt. Zugleich bestätigt selbst die Vergleichung der jüngsten organischen Tertiär-schöpfung mit der heutigen, daß wärmere Zonen in unsere» Gegenden dem heutigen sehrgemäßigte» Klima unmittelbar vorangingcn.

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