480
Meere bewohnen. Arachnide» gehören überall zu dm Seltenheiten,sic trctm zwar im lithographischen Schiefer des Jura auf, allein in derKreide fehlen sie wieder. Ganz eben so verhalten sich die ächten Insek-ten; weder in der TriaS noch in der Kreide sind chic vorhanden, und imJura finden sic sich nur im Lias und den lithographischen Schiefern, derenBildung in einem mehr abgeschlossenen ruhigen Meerbusen keinem Zweifelunterliegt. Sic gehören den verschiedensten Gattungen an und stammengrößtcnthcils von Arten her, die zufällig ins Wasser, dessen Niederschlägesic einhülltcn, hincinfielcn. Denn keins von ihnen ist ein Mcerbcwohner,da es ohne Zweifel damals so wenig, wie jetzt, wirkliche Mcerinsektcn inMenge gegeben hat. Libellen und Heuschrecken pflegen unter ihnen amkenntlichsten zu sein, und mit heutigen Formen in allen wesentlichen Bil-dungsvcrhältnissen übereinzustimmcn.
Eine so große Analogie mit der Gegenwart fehlt bei den Rückgrat-thicren der sekundären Formationen. Die Fische behalten anfangsnoch ganz den Charakter, welchen sic in den Schichten dcs Zechstcins hatten,sind also Eckschupp er; allein ihre generische und mithin auch ihre spe-zifische Differenz ändert sich. Zu den Ganoiden stelle» sich die Gattungen8iu>>-ieln>>)-8 und pl-wollns, alle drei im Muschelkalk gefun-den; zu den Knorpelfischen kommen drei der heutigen Gattung Oostrseio»dem Zahnbau nach zum Thcil ähnliche, schon früher berührte Gestalten:I'siimmoclus, .4crodu8 und kl;bmlu8. Im Jura verfolgen wir dieselbeOrganisationsrichtung weiter, es entwickeln sich noch vorzugsweise Eck-schupper, allein mit anderer und zwar hvmoccrkcr Schwanzflosse (z. B. Illo-pülou,8), die oben und unten gleichmäßig wie bei den meisten heutigenFischen gebildet ist. Auch hier scheinen alle Gattungen Bauchflosscr zu sein,wenn gleich der Abstand zwischen Brust- und Bauchflossc mitunter viel kür-zer wird. Bei mehreren Gattungen ist übrigens die obere Schwanzspitzcnoch etwas mehr hcrvorgchobcn als die untere; bei den anderen abgerun-det, wie jetzt gewöhnlich. Neben ihnen kommen auch Zähne von Placoi-den, wenigstens im LiaS, vor, die ähnlichen Gattungen wie .4cro,Iu8 undIl)'boclu8 anzugchörcn scheinen, im Ganzen aber durch stumpfere, gröbereScitcnzackcn von den bisher spitzer geformten Haupttypcn abwcichcn. Inder Kreide zeigen sich gleichfalls Eckschupper, aber überwiegend sind in ihrdie Knorpelfische, zumal die Haye, deren Zähne den jetzt lebenden Formensich mehr nähern; die Wäldcrschichten enthalten die ersten entschiedenenSüßwasserfische, namentlich Welse. Jur Ganzen sind jedoch die Fische die-ser Formation noch nicht genügend bekannt. —