Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
456
Einzelbild herunterladen
 

486

zeigt nicht bloß sich berührende Windungen seiner Spirale, sondern die fol-gende wölbt sich etwas über die vorhergehende und hüllt sie mehr oderweniger ein. Stets ist jedoch diese Einhüllung geringer bei den Arten derprimären Epoche, als bei den späteren, obgleich auch bei ihnen die vollstän-dige Umhüllung der lebenden Speeles noch nicht allgemein wahrgenvmmenwird. Liegt die Siphonaltutc noch in der Scheidewand selbst, so ist letztereeben so einfach concav, wie bei 0, tliocoius, und diese Arten sind ächteIVinitill; rückt aber die Tute bis an den inneren, sogenannten ventralen?)Umlauf der Schaale, so werden die Scheidewände am Rande uneben, bildenSättel und Loben, das sind die Ol^menine. Sic erscheinen später, alsdie ächten IXmitiü, und gehören der Devonischen Forination ausschließlichan, während jene schon im Vaginatenkalk auftreten. Begleiter der Clyine-nien pflegt 6)i'toewi'im zu sein, in Gesellschaft der ächten I^mitili kommendie ächten Limiten vor; Orthoceratiten gicbt es überall in der primärenEpoche, sic reichen eben so weit wie die Trilobitcn, und verschwindenmit ihnen gleichzeitig. Die größte Aehnlichkcit mit 6I)'»miüu hat übrigenslllmi.itiie«, daS älteste Geschlecht der Ammvnitecn und der stete Begleiterjener theilwciS aberrantcn Nautileensorm, ja äußerlich sind beide sich soähnlich, daß kein Hauptnntcrschied zwischen ihnen sich bemerken läßt. Indes;werden die thcils abgerundeten, theilö winkelig geknickten Sättel und Lobender nach außen gewölbten Scheidewände bei Oouiutitos zahlreicher,auch von einem im äußeren Umlaufe befindlichen, dorsalen Sipho durch-bohrt, dessen Ränder kegelförmig aufstcigen, obgleich die Fläche der Scheide-wand gegen den Sipho hin sich hinabsenkt. Das gicbt wahre Ammonitcn-charakterc; denn bei den ächten Ammoniten liegt der Sipho genau an der-selben Stelle, und diese Lage bildet, in Verbindung mit den convcrcn Scheide-wänden und der aufsteigcndenSiphotutc, für alle Ammonitccn einen sehrsicheren Familiencharakter. Demgemäß muß die mit derselben Scheide-wand begabte, aber gerade gestreckte Gattung Lonoceius für ein ungcwun-dencr Ammonitec gelten, wie Oillloeoiutims ein ungewundencr Nautilee

7) Durch die anatomische Untersuchung des lebcntcn bümtiluspumgilüm ist »ach-gewiesen, daß der äußere Schaalcnumsang nicht, wie man der größeren Krümmunghalber annahm, dem Rücke» des Thicrcs entspricht, sondern dem Bauche; denn an dieseräußern Seite befindet sich der Trichter (S. N81), welcher an der Kehle des Thiercssitzt, also seine untere Fläche bezeichnet. Demnach müßte der äußere Umlauf der Schaaledie ventrale, der innere die dorsale Seite genannt werden. Wir folgen indcß hierdem einmal eingcführtcn, umgekehrten Sprachgcbrauchc.