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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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wollte 2). Oken ging auch sogleich in die Nachweismig seiner Idee mitgewohnter Umsicht ein, und verfolgte viele Einzclnheiten derselben ebensoglücklich wie ersprießlich für die Wissenschaft. Und wenn sich auch die So-lidität der Empirie, nüßmüthig, daß ihr trotz aller sorgfältigen Bestrebungengewaltsam von Anderen die Florkappc von den Augen gerissen wurde, undsie nun doch sehen mußte, was sie eigentlich nicht sehen wollte, anfangshartnäckig gegen die neue Lehre sträubte, ja die ganzeBcinphilosophic"an den Pranger zu stellen suchte; sie hat dcunoch mit der Zeit ihr Scherf-lein drin gefunden und Denen Gerechtigkeit widerfahren lassen müssen, dieauf den Dank aller folgenden, wissenschaftlich strebenden Geschlechter dieentschiedensten Ansprüche haben. Aber auch heute soll er ihnen nicht mehrentzogen werden!

Zur Einordnung der Sinncöwcrkzcuge in dic Schädclkapsel bedient sichdie Natur cigcnthümlich gestalteter Knochen, welche zwischen die Schädel-Wirbel an geeigneten Stellen hineingcschobcn werden. Daß man dieseKnochen anfangs für Thcilc der Schädclwirbel selbst hielt, hat die richtigeEinsicht in das Schema dcS knöchernen Kopfes lange verzögert; Schläfen-beine, Thräncnbeinc und Nascnmuschcln sind solche zwischengcschobenc Kno-chen für die Sinnesorgane. Aber mit ihnen ist noch kein Platz für dieKiefer, die Stützen und Träger der Kau- oder Beißwcrkzcuge, gewonncu;auch sie müssen dem Schädel noch angcpaßt werden, um sein Gebäude zuvollenden. Das geschieht mittelst rippenförmigcr Knochen, welche sich an

2) Dic Ansicht, daß der Schädel aus Wirbeln bestehe, wird von der gegenwärtigenempirischen Schule vielfach wieder in Zweifel gezogen, oder geradezu, namentlich seitdemdic Unterschiede der Bclegknvchen und der aus dem Primordialkranium durch Verknöche-rung hcrvorgcgangencn Ur-Schädelknvchc» scstgestcllt worden sind, als unrichtig be-trachtet. Ich glaube, daß es bei der Bcurtheilung der Wirbclthcorie darauf ankommt,wie nahe, oder wie fern man drn Vergleichungspunkt stellt. Daß dic Schädclwirbelkeine Rückenwirbel sind, ist richtig und damit eingcräumt, daß eine Cvngrueuz zwischenbeiden nicht stattsinden könne. Wer eine solche für ursprünglich homologe Gebilde fodcrt,kann die Wirbeltheorie des Schädels mit Recht bestreiten. Wer aber in den Rumpf-Wirbeln und dcn Schädelwirbcln nur die verschiedenen Modifikationen eines, allen Wirbelngemeinsame», aber eben nirgends rein und unmodificirt erscheinende» Gruudtypus Nach-weisen will, wird in den Bildungsclcmenten beider Knochen, wie ich glaube, hinreichendeBelege für seine Ansicht auffinden können. Für homologe und nicht für identische Ge-bilde sind sie überhaupt nur erklärt worden.

3) Mit unparteiischer Würdigung hat kürzlich R. Owen, leicht der bedeutendstevon allen jetzt lebenden vergleichenden Anatomen, dic Wirbclthcorie beleuchtet. Bergt.Froriep's Neue Notizen w. lll. Reihe. 2. Bd. S. 148.