weder die Differenz des Baues, oder, wo eine solche mangelt, die Lage derGeschlechtsöffnungcn. Am Ende des dritten Abschnittes sinder sich in derRegel der After. Um diese drei Hauptabschnitte darzustellen, verfolgt dieEntwickelung des Typus einen sehr einfachen Weg, indem sic zunächst bloßdie vordersten Ringe des Rumpfes verdickt und mit besonderen Organenversieht, die Hinteren ungcändert läßt. Gewöhnlich tritt dann in jenenvordersten Ringen schon ein eonstanter Numerus auf, aber noch kein Un-terschied von Kopf und Brustkasten. Deshalb nennt man einen so ge-bildeten größeren Körperabschnitt, der zugleich Sinneswerkzeugc, Kiefer undBewegungsorgane trägt, einen Cephalothorar. Die Gestaltung dessel-ben auf mehrfache Art ist die Hauptaufgabe der Krebse, eine Aufgabe, dievon ihren vollkommensten Gliedern zwar genügend erreicht, aber nicht über-schritten wird, während einige minder typische Gruppen cs zu einer mehrselbstständigen Darstellung des Kopfes bringen. In der Regel hat übrigensder Kopf, er sei frei oder mit dem Brustkasten verwachsen, zwei Paar Füh-ler, von denen sich die vordersten kleineren beim Flußkrebs entschiedenals Gcruchswcrkzcugc, die Hinteren größeren als Gehörsorganc darstcUcn,und ein Paar aus vielen kleinen Aeugclchcn zusammengesetzter Augen.Diese Art von Augen ist Charakter der Glicderthicrc, kein anderes Geschöpfhat ähnlich gebildete Gesichtswcrkzcugc. Am Cephalothorar sind die Augengewöhnlich beweglich, am freien Kopfe aber unbeweglich, da seine Beweg-lichkeit zur allscitigcn Umsicht genügt. Im Munde befinden sich ein PaarKiefer, und hinter ihm noch 1 bis 5 Paare von Organen, welche ich accesso-rischc Mundthcilc nenne, da sie eigentlich zum Brustkasten gehören, undmodificirtc Bewegungsorgane sind. Demnach würden sich die Organe desKopfes auf F ü hler, A u g e n und Kiefer beschränken. Alle genanntenOrgane haben übrigens ursprünglich denselben Ban, cs sind beweglicheFortsätze des Stammes, gleichsam symmetrische Radien der Achse, die aneinem einfachen Grundglicdc thcils eine, theils zwei paralleles Gliedcr-reihen tragen. In den Fühlern bleibt dieser GrunbtypuS mehr oder wenigerrein, in den Kiefern verkümmert der gegliederte Fortsatz zu Gunsten deskauenden Grundgliedes, und erscheint nur noch hie und da als kurzer, drei-gliedriger Anhang, den man Taster nennt. In den accessorischcn Mund-thcilcn ist immer die zweireihige Form der Gliedmaßen deutlich zu erkennen,indeß sind beide Glicdcrrcihen nie gleich groß, bald ist die äußere (vorn),
2) Es scheint, als wenn die zweireihige Form überall die ursprüngliche ist, und ausihr durch Verkümmerung einer Glicdcrreihc erst die einreihige Form entsteht.