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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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lebendiger Organismus vorhanden ist, von dem der cigenthümliche Einflußauf die Materie ausgcübt werden könnte. Die Entstehungsweise neuerfremder Organismen in anderen ohne Keime und Eier wird Urbild u n g(gonoi-mio m'igiimi'm iioguivoca) genannt und ihr die geschlechtlicheFortpflanzung mittelst Keime und Eier, als der normale Bildungsgangorganischer Wesen, cntgegengestellt, daraus zum Thcil die Unmöglichkeitjener ersten Zeugung ablcitend; aber man ist in der Verallgemeinerungdieses Gesetzes wohl zu weit gegangen, obgleich es gerade umgekehrt dieGegner von den Verfechtern der »noratia aognivac-, behaupten. Letzterelehren nämlich, von jenem Entstehen fremder Organismen in anderen aus-gehend, die Möglichkeit des Entstehens aller Organismen auf dieselbe Weisein frühester Zeit, und nehmen für jetzt nur die Bildungsfähigkeit niedriger,unvollkommen entwickelter organischer Körper aus elementaren Stoffenan. Ob diese Annahme einen positiven Grund habe, steht gegenwärtignoch dahin, wenn gleich die meisten Stimmen der Zeitgenossen sich da-wider erklären; wir wollen sie indes einstweilen gelten lassen, weil in derThat kein streng wissenschaftlicher Gegenbeweis vorliegt, und ohne die-selbe das Entstehen der Organismen auf der Erdoberfläche nur durch un-mittelbares Eingreifen einer höheren Macht denkbar ist, dafür aber ausdem ganzen übrigen Entwickelungsgangc des ErdkörperS kein hinreichendesMotiv nachgewiescn werden kann, vielmehr ein solches unmittelbares Ein-greifen von außen allen anderen wissenschaftlichen Resultaten widerspricht.Auch müßte, falls wir dasselbe beim Beginn der ersten Organismen statui-ren wollten, seine immer erneute Wiederholung nach jeder Umwälzung derOberfläche angenommen werden, was offenbar dem großartigen Plane derWeltordnung zuwider ist.

Obgleich die Urbildung ein nothwendigeS Postulat der eractenWissenschaft und geradezu als Naturgesetz erforderlich zu sein scheint, sokönnen wir doch nicht in Abrede stellen, daß die neuesten wissenschaftlichenErfahrungen sie für die gegenwärtige Periode höchst unwahrscheinlich machen.Lange Zeit berief man sich nämlich mit gutem Grunde auf diejenigen para-sitischen Binnenthiere (Endvzoen), welche in geschlossenen Höhlen desthierischen Körpers leben und so lange sic in denselben verweilen, keinescruellcn Organe erhalten, also auch keine Nachkommenschaft hcrvorbringenkönnen. Man hielt das für den stricken Beweis, sie seien durch s!o,i6>'atiooriginiirio entstanden; denn ein Thier, welches keine scrucllen Organe hat,kann keine Eier produeircn, also auch keine Jungen gebären. Allein gegen-wärtig hält man sich überzeugt, daß diese scheinbar strengen Binnenthiere