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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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delte Schichten jener die Kieselerde in ihre Substanz ausnehmenden Geschöpfe,und sucht die Aunahinc, daß ihre kiescligen Rückstände durch einen noch un-bekannten Proceß wieder erweicht und als Kicselgallcrtc eoagulirt seien, be-sonders mit Hülfe des Umstandes zu begründen, daß in den Krcidegcbildender Gegenden am Mittelmeerc, in welchen die Fcncrstcinknollen fehlen, ab-wechselnd mit den Kalkschichten dünne Mcrgellagcn auftrcten, die bei ge-nauerer Untersuchung eben so vorwiegend anS kiescligen Baeillaricnhüllcnbestehen, wie die Kreidcschichten aus Polpthalamienschaalen. Solche Mcr-gellagcn hält nun Ehrend erg für das Analogon der Fcucrstcinknollcn inder Kreide des nördlichen Europas und glaubt, der Unterschied beider Kreidc-formationcn bestehe vorzugsweise in der Umwandlung der einzelnen Bacil-laricn zu einer homogenen Kicselmasse, welche Umwandlung in der südlichenKreide nicht eintrat, weil wahrscheinlich die Bedingungen dazu fehlten.Zwar spricht der organische Inhalt der Fcucrstcinmassc, dem sic ihre Farbeverdankt, wohl für diese ingeniöse Annahme, allein anderer Seils fehlt unsnoch die Kenntniß des Mittels, welches die Umwandlung der Bacillarien-hüllcn in compacte Kieselerde hätte bewirken können. Nebenbei finden sichin vielen Feuersteinen völlig unveränderte Baeillaricn zugleich mit denKieselstachcln der Spongilleu, welche so oft, als nicht minder räthsel-hafte Geschöpfe, die Bacillarien zu begleiten pflegen; und beide leiten unsdurch ihre unversehrte Beschaffenheit auf den Schluß, daß sic in die weichegallertartige Kicselmasse des Feuersteins wohl eher eingcdrungen seien, alsvielmehr letztere aus den ihnen ähnlichen Organismen hcrvorgegangcn.Denn inan begreift bei dieser Annahme nicht, warum einige der anwesendenIndividuen unverändert blieben, obgleich sie eben so gut, wie die übrigen,dem Umwandlungsproecß ausgcsetzt waren. Endlich konnten die Orga-nismen ihre Kieselerde nicht selbst bilden, sondern nur aus dem Wasser ab-schcidcn; sie mußte also ohnehin im Wasser aufgelöst enthalten sein undkonnte füglich auch ohne Dazwischcntrctcn der Geschöpfe auö ihm abgeschie-den werden, wenn andere Verhältnisse eintratcn.

Kommen wir schließlich zur Ausbreitung der Kreidcformation in derGegenwart, so bemerken wir Glieder derselben in den meisten GegendenEuropas, aber theils sehr isolirt, theilS von ganz verschiedener Masse.Als weiße Kreide mit Feuersteinknollen findet sic sich im nördlichenEngland, an vereinzelten Punkten der Inseln Mocn, Seeland,Rügen, an den Küsten von Schonen, hie und da auf dem Fcstlanbc inP o m m c r n, P rcuß c n, P ölen und weiterhin im mittleren Rußl a n dzwischen der Wolga und dem Pruth bis an den Caucasus. Alle diese jetzt

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