größere Schwere weiter fortgcführt, als die Kreide, gelangen sic bis unmit-tclbar ins Meer, und werden von diesem hin- und hergerollt, bis sie nachund nach zu Kugeln, Eiern und andern Formen sich abrundcn. Manchevon ihnen sind hohl; andere umschließen in der Höhlung einen festen, meistorganischen Kern, den bei jeder Bewegung ein klappernder Ton vcrräth;noch andere sind inwendig mit den schönsten, aber sehr kleinen Quarzkry-stallen überzogen, und die »reisten enthalten oder erfüllen organische Körper.Dieser Umstand und das öftere Vorkommen der Kieselerde als Materialsehr vieler Pctrcfakten (vcrgl. S. 43), läßt uns nicht zweifeln, daß diefremden organischen Körper anziehend auf die Kieselerde der Feuersteine ein-wirktcno) und gcwisscrmaaßen die Mittelpunkte wurden, um welche sic sichabsctztc. Nehmen wir z. B. an, die Kieselerde sei im Meere aufgelöst ge-wesen, vielleicht als Kicselgallcrtc, ausgcschicdcn aus früheren chemischenVerbindungen, so mußte sie auch mit in die Kreidenicdcrschlägc cingchcn,welche sich in dem Meere bildeten. Als dieselben nach und nach durch denVerlust ihres mechanisch cingcschlossencn Wassers fester wurden, sammeltesich die freie Kieselerde zu Knollen um die größeren organischen Körper,welche mit in der Kreide enthalten waren. Die Anziehung der letzterenerstreckte sich aber nur auf gewisse Entfernungen und veranlaßt dadurch diescheinbar lagcrwcisc Ansammlung der Fcuerstcinknollcn; in so fern nämlichscheinbar, als sie erst später an Ort und Stelle in ziemlich gleichen Abstän-den von einander entstanden. Denn ihre Umwandlung aus weicher Massezu harten Knollen geschah sicher in der Kreide selbst, davon überzeugt unsihre Beschaffenheit, besonders die Anwesenheit einer Krcidcrinde, welche,allmälig an Krcidegchalt abnehmend, in die Feucrsteinsubstanz cindringt,gerade so, wie cs geschehen »rußte, wenn die Kieselgallcrte noch weich inder Kreide lag und aus ihr sich abschicd. Dagegen rührt die verschiedenegraue, schwarze, gelbe oder braune Farbe des Feuersteins in seinem Innernvon organischen Substanzen her, sowohl thicrischcn als pflanzlichen, derenReste wir noch jetzt in der Masse, oft unverändert, entdecken; schwerlichaber sind die Feuersteine ganz und gar organischen Ursprungs, wie man,seit Ehrend erg in ihnen die Kicselhüllen der Bacillarien und dieSpongillcnnadeln nachgcwicsen hatte, anzunchmcn geneigt ward.Eben dieser ausgezeichnete Beobachter erklärt die Feuersteine für umgewan-
6) L. v. Buch hat diesen Preccß in einer Abhandlung der Akademie der Wissen-schaften zu Berlin aus dem Jahre 1831 (Physikalische Klasse S. 43) lehrreich besprochen.Neuerdings beleuchtete Pctzoldt die Phänomene der Silification. (Halle 1883. 4.)