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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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Die Roßtrappc des Harzes, i» deren Kessel wir auf dem Bilde hierhinabblickcn, zeigt unS eine solche wilde Bcrgschlucht von besonderer weilbekannter Schönheit. Scharf und eckig steigen ihre Felsengrate, abwechselndin einander greifend, aus dem düstern Grunde empor, und spalten sich aufden Kanten in zahlreiche einzelne Spitzen; während die durch Querklüftegeformten Abschnitte, von der Verwitterung überall angenagt, nur nochtheilweiseUnterstützung finden, und den schwankenden Steinen (S.50)ähnlich, jeden Augenblick herunterzustürzen drohen. Weiter oben auf denHöhen, da wo sich die Kämme in Flächen auSbrciten, wuchert frei dieemsige, üppig grüne Pflanzenwelt, zumal die schlankstämmigc Buche; aberunten im kühlen Schlunde braust die schäumende Bode dahin, mit ihrenewig wechselnden Wasserstürzcn, obgleich laut rauschend, doch nur sanft zuuns heraufmurmelnd. In der Tiefe, durch Bergbau aufgeschlossen, pfle-gen die Spalten des Granits zu klaffen, und mit ähnlichen Gesteinen oderGangtrümmcrn erfüllt zu sein; aber als geflossene Masse über ältere For-mationen weggrciscnd kommt der Granit kaum vor; dagegen beobachtetman öfters ein gangförmiges Eindringen in seine Umgebungen, das größ-tentheils in den älteren neptunischcn Schichten wahrgcnommcn wird, injüngeren Gliedern der Flötzpcriode der Regel nach fehlt. Hieraus ist mitBestimmtheit zu ersehen, daß die ältesten stratifieirten Niederschläge schonabgesetzt waren, als der Granit unter ihnen, wenn auch nicht völlig, dochtheilweis, noch im flüssigen Zustande sich befand, und als weiche Massecmporgetrieben, in die Spalten der auf ihm liegenden durchbrochenen Schich-ten eindrang. Aber isolirt stehende Kegclberge mit vertieftem Gipfel, nach -Art der Vulkane, bildet er nie; denn zur Zeit der vulkanischen Eruptionenwar der Granit wohl vollständig starr geworden.

Alles, was soeben vom Granit gesagt wurde, gilt auch vom Syenits,der sich überhaupt nur dadurch von jenem unterscheidet, daß er statt Glimmerund Quarz Hornblende enthält. Wegen der schwarzbrauncn Farbe diesesMinerals pflegt er dunkler zu sein, meist rothbraun; allein homogen wirdauch er nie, da seine Bestandthcilc nicht minder großmassig abgesondertneben einander auftrctcn, als die des Granits. Nicht selten mischt sich

4) Die Benennungen Granit und Syenit bezeichnen durchaus keine BildungS-cigenschaftcn der Gesteine, welche sie führen; denn Granit kommt von dem lateinischenWorte xranum (Korn), und zeigt die krystallinisch körnige Beschaffenheit a»; Syenitist von der Stadt Sycnc in Obcrägyptcn hergcleitct, woselbst die Alten dies Gesteinvorzugsweise brachen.