Diese Betrachtungen, denen zur bessern Verständigung ein Querschnittdurch die Alpen von der Aiguille du M i d i im Norden deS Montblancbis hinüber zur Kette des Iura durch daS Thal der Rhone unterhalb Genfbeigegebcn ist, mögen es versuchen, meinen Lesern ein schnell übersichtlichesBild der Verhältnisse zu gewähren, welche die vorgetragencu Ansichten vonder Erhebung der Gebirge aus großen Spalten hcrbeisühren mußten; eöreiht sich daran eine nähere Erörterung der Frage, wie eS möglich sei, ausden Erhebungen auch die Zeitpunkte, in welchen sie erfolgten, bestimmenzu können. Dazu trägt eine genaue Kenutniß der neptunischen Schichtendas Meiste bei. Gesetzt nämlich, wir steigen auf den geneigten Abhänge»eines Gebirges in die Ebene hinunter und stoßen gleich am Fuße desselbenauf eine Schicht, die in den Abhängen selbst fehlt, so werden wir anneh-men dürfen, daß diese horizontale Schicht der Ebene aus dein Wasser erstnieberfiel, als der benachbarte GebirgSzug schon in seiner aufgerichtetenStellung sich befand, mit seinen Ketten und Abhängen über das ihn um-gebende Wasser hervorragte und eben deshalb nicht inehr von den neu ent-stehenden Niederschlägen bedeckt oder überzogen werden konnte. Findet sichdann unter der obersten horizontalen Schicht der Ebene eine zweite, von ihrverschiedene, die ebenfalls in den gehobenen Abhängen des Gebirges fehlt,so folgt auf dieselbe Weise, daß das Gebirge älter ist als beide Schichten,und seine Entstehung ihrem Absatz vorausging. Ist aber die dritte hori-zontale Schicht der Ebene einerlei mit der äußerste» gehobenen an den Ab-hängen des Gebirges, so erkennen wir daraus die Erhebung des Gebirgesaus der Ebene zu einer Zeit, als diese dritte Schicht schon auf ihr lag undaus dem sic damals bedeckenden Wasser bereits abgcsetzt war, mithin ei»Alter deS Bergzugcs, welches in den Zeitraum zwischen die zweite unddritte Schicht der Ebene fällt. Das ganze Gebirge, so weit diese dritteSchicht in ihm gehoben erscheint, muß jünger sein als sie selbst, aberälter als die zweite und erste Schicht, mithin auch älter als jedes andereGebirge, in dem die zweite und erste Schicht gehoben oder aus ihrer hori-zontalen Lage verrückt sind. Man braucht also zur Bestimmung des rela-tiven Alters der Gebirge eines Theils die vollständige Kenntniß aller ge-schichteten Lagen der Ebene in ihrer suecessivcn Reihenfolge auf einander,ändern Theils eine genaue Untersuchung derjenigen Schichten eines jedenGebirges, die in ihm gehoben sind. Theoretisch werben wir aber schonjetzt diejenigen Gebirge für die ältesten erklären, in denen gar keine neptu-nischen Schichten aufgcrichtet sind; dagegen für die allcrjüngsten gerade solcheGebirgszüge halten, in denen sämmtlichc geschichtete Lagen der Ebenen steil
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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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