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Rändern von einander abstchen. llebrigenS worden sich alle Verhältnissedes Fallens und Streichens hier wicderfindcn, und demgemäß dieselbenBezeichnungen sich anwendcn lassen. Auch der dritte Fall wird in diesenBenennungen keine Acnderung hervorbringcn; denn an der einen gehobenenoder gesenkten Schicht werden Fallwinkel und Strcichungslinic Vorkommenmüssen, während der horizontalen beide fehlen.
Die drei angenommenen Fälle beruhen übrigens auf der Voraus-setzung, daß die Schichten wirklich durchbrochen wurden; diese Voraus-setzung ist aber keineswegs für alle Fälle richtig, vielmehr gicbt cS vielegeschichtete Massen, die in der Thal gehoben, aber nicht durchbrochen sind.Es läßt sich nämlich sehr wohl denken, daß eine Hebung oder Senkungdes Bodens eintrat, auf welchem die Schicht liegt, ohne daß dadurch dieSchicht zertrümmert wurde; besonders wenn sic noch nicht ganz fest warund eine gewisse Zähigkeit besaß, die sic als Niederschlag aus dem flüssigenElement in den ersten Epochen ihrer Bildung sehr wohl haben konnte. Wirwerden daher auf gehobene und gesenkte Schichten stoßen können, derenZusammenhang nirgends durchbrochen ist, und dabei immer dieselben Aus-drücke zur Bezeichnung ihrer Neigung und Streichung anwenden dürfen.Endlich werden wir aber in einem solchen Falle nicht immer Hebungen oderSenkungen vorauösctzcn, da ein schichtwciser Absatz über schon gehobenenoder mit Einsenkungcn versehenen Unterlagen ziemlich dasselbe Resultat er-geben dürste. Schichten von solcher Form fordern eine sehr aufmerksameUntersuchung, bevor man ihren wahren Bildungsgang bestimmen kann. —
In allen bisherigen Schilderungen ist die stillschweigende Voraus-setzung gemacht worden, daß die einzelnen Schichten eines Gesteins, wiecS der allmäligc Absatz bei ruhigem Gewässer fordert, regelmäßig auf einan-der folgen und in ebenen oder lcichtgckrümmten Flächen an einander liegen.So verhalten sich in der That die meisten Schichten, aber freilich nicht alle.Manche sind in sich vielfach hin und her gewunden, oder beschreiben sogarZickzacklinien, die oft in den schärfsten Winkeln an einander stoßen undeinzelne Stellen der Schichtungscbene in eine vollkommen schwebende Lagebringen. Ein solches Vcrhältniß streitet durchaus gegen den allmäligcnNiederschlag, und weist auf spätere Verwerfungen und Verrückungen hin.Namentlich läßt sich die Zickzackbiegung und die unregelmäßige Krümmungder Schichten sehr gut durch gleichzeitige Wirkung zweier verschiedenen Kräfteerklären, von denen die eine senkrecht nach unten drückte, während die an-dere mächtigere einen Druck von zwei gegenübcrstchendcn Seiten ausübte.Werden weiche, eben nicht sehr elastische Lagen auf solche Weise gedrückt,