164
sich daS schwefelsaure Salz besonders durch dir Einwirkung dcr absterben-drn Organismen wieder ab, und verwandelte sich dabei mittelst Entfernungdes Sauerstoffs in Schwefelmetall, in welcher Gestalt es in den neptu-nischen Erdschichten gewöhnlich enthalten ist. Manches Eisenoryd mochteauch als kohlensaureö Salz im Wasser verweilen, wenn keine Schwefelsäuremehr für dasselbe übrig blieb, und später wieder in reines Oryd sich um-wandeln, als die Streiten, worin es mit ausgenommen worden war, durchVerdunstung ihr Wasser und ihre Kohlensäure abgaben. So entstandendie Thoneisensteine und Eisennieren, welche in mittleren Flötz-gebirgen häufig gefunden werden; in tertiären Epochen bildete sich auf die-selbe Weise der Eisenocher und der fast immer eisenschüssige Thonoder Lehm. —
Demnach rühren die ältesten neptunischen Schichten des Erdkörpersvon den Verwitterungen der obersten Plutonischen Stoffe, derSilicate her, und ihre frühzeitige Entstehung lehrt uns, daß schon langevor dein Tropfbarwerden des Wassers, durch die im Gasraume enthaltenenheißen Wasserdämpfe und die Kohlensäure diese Verwitterungen begannen.Das später tropfbar gewordene Wasser fand also seine mechanischen Bei-mengungen bereits im zersetzten Zustande, und es bereitete aus ihnen durchbloßen Niederschlag den Glimmerschiefer oder Nr thonschiefer,zwei der ältesten neptunischen Schichten, deren erste Eristenz ohne Zweifelüber das Sinken der Temperatur unter 80 « Neaum. hinausreicht. Alsaber diese bedeutende Temperaturabnahme eintrat und das älteste organischeLeben in Pflanzen- und Thiergestalt entstand, verlor das Wasser mit derHitze und der Kohlensäure sein kräftiges Einwirkungsvermögen auf die Sili-cate, eö übte von nun an eine schwächere chemische, aber desto mehr einemechanische Gewalt über sie aus, und schuf dadurch vielleicht die sandreichenGrauwacken schichten, welche dem Thonschiefer zu folgen Pflegen,wie er bereits Versteinerungen enthaltend. Zugleich mußte aus denselbenGründen auch die kohlen saure Kalk er de vom Wasser sich trennenund den Nebergangskalkstein bilden, welcher mit Thonschieser undGrauwacke wechsellagernd die Uebergangsformation der älteren Geognostenausmacht. Diese Absätze und die Verwitterungen, denen sie ihr Daseinverdanken, ließen aber nach, als die der Atmosphäre und dem Wasser zu-gänglichen Oberflächen der krpstallinischen Gesteine zerstört, oder von neu
31) Die Zersetzung dcr organischen Körper bot dazu Bcranlaffnng, daher dieselbenso oft in Schwefelkies verwandelt sich finden. Vergl.S.46 und dicNotc 10 zum 11. Kap.