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durch Verdunstung des Wassers ist diesmal um so weniger zu denken, alsmit der fortdauernden Abnahme der Temperatur die Quantität des Wassersauf der Erde durch Niederschlag der wässerigen Dünste aus dem Lichtkreisesich nur vermehren, nicht vermindern konnte. Dagegen mußte eine Ab-nahme der freien Kohlensäure im Wasser, wie in der Luft, eine theilwciseAbschcidung des kohlensauren Kalkes bewirken, und diese Abnahme istallerdings denkbar, ja sogar nothwcndig, zur Zeit, als die ältesten Orga-nismen, besonders die ursprünglich wohl zuerst vorhandenen Mcergcwächse,die schwimmenden Fucvidecn oder Varcghö, entstanden. Daß dieältesten organischen Geschöpfe ihren materiellen Gehalt aus ihrer Hinge-bung entlehnten, kam: nicht bezweifelt werden, und da die Kohlensäure nochjetzt das wichtigste anorganische Substrat für das Pflanzenleben bildet, somuß sie cS auch in jener Zeit gewesen sein. Also die ältesten Pflanzen ver-brauchten einen Thcil der Kohlensäure im Wasser, wie in der Luft, und be-günstigten dadurch den Absatz des im Urmcer sehr reichlich gelösten kohlen-saurcn Kalkes. Waren aber erst Pflanzen da, so konnten auch Thicrc ent-stehen; und wenn die auftratcn, wenn Muscheln, Schnecken und besondersPolypen das Weltmeer bevölkerten, so mußte auch kohlcnsaurc Kalkcrdcihm iu Masse entzogen werden. Auf diese Weise ist die organische Weltein kräftiger Hebel für die Entstehung der sedimentären Kalklagcr geworden,und ihr im Laufe der Zeiten mächtiger werdender Einfluß liefert uns diebeste Erklärung des stets zunehmenden Kalkguantumö auf der Erdoberfläche.Zugleich ergicbt sich das lokale Auftreten des Kalkes aus Umständen, welchedie Ansiedelung der Kalk abscheidcndeu Mccrthierc begünstigten, namentlichaus den Verschiedenheiten des Bodcnö und des Wassers. So lange derThonschlamm in ihm suspcndirt war, so lange Strömungen diesenSchlamm in Bewegung erhielten, wurde das Leben der Polypen beein-trächtigt, so lange bildeten sic noch keine Kalkbank; als aber Ruhe cintrat,der Schlamin zu Boden fiel, das Meer sich abklärtc, da wurde cs ein ge-eigneter Tummelplatz für die Polypen, und von nun an begannen sie ihrKalk abschcidcndes Geschäft. —
So scheinen, nach der gegenwärtigen Lage unserer Forschungen, orga-nische Proecsse auf der Erdoberfläche mit den anorganischen, chemischen wiephysikalischen, wesentlich Hand in Hand zu gehen und namentlich die Ab-nahme der Kohlensäure in Luft und Wasser die Zunahme der Thier- undPflanzenwelt zu bedingen, beide Umstände zugleich aber entscheidend für dieAusbreitung sedimentärer Kalkschichtcn zu sein, und das nach und nachimmer mächtiger werdende Quantum des Kalks am bestell zu erklären; indem