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Theorie der Erdbildung.
Die Hypothese, wodurch wir die Entstehung der Erde erklären wollen,muß, wenn sie auf Wahrheit Ansprüche macht, von einer Voraussetzungausgchen, deren Zulässigkeit nicht bloß mit der erkennbaren Bildung desErdkörpcrS im Einklänge steht, sondern auch die nachweisbaren Entwickc-lungsphasen als nothwcndige Resultate der gesetzten Ursache von selbst dar-thut. Diese Anforderung stützt sich auf Thatsachcn der Wcltordnung, soweit unsere Wahrnehmungen reichen; überall finden wir nur einen Anstoßin den Erscheinungen gegeben, und sobald derselbe erfolgt war, rcihctcnsich an ihn alle weiteren Phänomene in unausbleiblicher Folge als Resul-tate der Grundursache an. Werfen wir in dieser Beziehung einen Blickaus den Weltraum mit seinen Millionen Sternen, so ist cs das Gesetz derGravitation, welches hier als Lcnkcrin der Bahnen aller von unsgenau in ihren Bewegungen erkannten Himmelskörper auftritt, was denkleineren um den größeren gehen heißt und das geordnete Sonnensystem,dessen Theil wir bilden, in seinen Grenzen erhält. Aber nicht bloß amFirmament äußert die Gravitation ihre Wirkungen, auch auf dem einzelnenPlaneten, den wir bewohnen, tritt sic überall an der Materie als ersteGrundkraft auf und wirkt als Schwere anziehend, wie als Adhäsionverschiedene, oder als Cohäsion gleichartige Massen zu einem Ganzenverbindend. —
Suchen wir, von diesem Resultat geleitet, den Urzustand unseresPlaneten aus seinen dcrinaligcn Verhältnissen zu bestimmen, so dürfen wirihn nur in der eben angcdcutetcn Weise voraussctzen; wir dürfen also unsereErde nicht etwa als einen schon fertigen Weltkörpcr ansehen, der durch einenanderen wieder zertrümmert und in die chaotische Mischung seiner Bcstand-thcilc zurückgcsührt wurde, daraus die nachweisbaren Revolutionen seinerOberfläche erklärend. Denn bei einer solchen Annahme wäre der heutigeZustand nicht Resultat eines nothwendig aus der ersten Anlage sich ergeben-den Bildungsganges, sondern Folge eines zufällig cingctrctencn Ereignisses,dessen Bcgebniß außerhalb des ursprünglichen Planes lag. Verhältnissesolcher Art giebt cs aber in der Natur nicht; was wir Zufall nennen, istsicher nothwendigcS Resultat unbekannter Ursachen, und ebenso gesetzmäßig,wie jede natürliche Erscheinung überhaupt. Jede Revolution ist daher ein